Interview: Jeremy Jones

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PLSR-Online

Interview: Jeremy Jones

Jeremy Jones ist als Freerider, Splitboarder und Gründer von „Protect Our Winters“ (POW) einer der schillerndsten Aktivisten für mehr Umweltbewusstsein in unserer Konsumgesellschaft. Mit seiner Marke „Jones Snowboards“ feiert er in diesem Winter sein zehnjähriges Jubiläum und behauptet sich als Meinungsführer und Ikone der umweltbewussten Freeride-Bewegung. Gespräche mit Jeremy sind immer „deep“, und manchmal noch ein bisschen „deeper“.

Jeremy Jones
Andrew Miller

Jeremy, angesichts der vielfältigen Herausforderungen, die die Menschen in ihrem Verhältnis zur Umwelt zu meistern haben, gleicht dein Engagement einer Sisyphus-Aufgabe. Was motiviert dich immer wieder?

Das Thema ist so kolossal, dass es einfach keinen Weg daran vorbei gibt. Für mich stellt sich die Frage, wie wir den Klimawandel verlangsamen können. Das stelle ich mir wie eine Expedition ins extreme Hochgebirge vor. Da denkst du nicht ständig an den Gipfel, sondern immer nur an den nächsten Schritt.

Der Klimawandel ist offensichtlich, nur die Dringlichkeit des Handelns scheint vielen Menschen nicht bewusst zu sein. Du erlebst die Auswirkungen jedes Mal im Gebirge und hast viel Erfahrung in Sachen Überzeugungsarbeit sammeln können. Mit welchen Argumenten trittst du Klimawandel-Leugnern gegenüber?

So traurig es ist, aber ich hab noch nie einen renommierten Wissenschaftler sagen hören, dass der Klimawandel „doch nicht so schlimm“ ist. Auf die Leugner versuche ich nur sehr wenig Energie zu verwenden. Viel wichtiger sind für uns bei POW sind die sogenannten „Sideliner“. Diese akzeptieren die Faktenlage, glauben aber nicht daran, dass sie etwas verändern können. Diese Leute versuchen wir zu inspirieren und motivieren, damit sie aktiv zu handeln beginnen.

Dein Job als Snowboard-Profi erfordert viele Reisen. Nicht nur Flugreisen werden inzwischen vermehrt kritisch gesehen, ganz generell ist die Anreise zum Berg eine große Umweltbelastung. Individual-Verkehr und das Reisen bedeuten aber auch ein Stück Freiheit für viele Menschen.

Ich bin mit absolut bewusst über meine persönlichen Auswirkungen auf den Planeten. Besonders meine Flüge, klar. Immer wenn ich fliege, stelle ich mir die Verschmutzung vor, die dadurch verursacht wird und dass es meine Kinder sein werden, die mit den daraus entstehenden Konsequenzen leben müssen. Ich habe Flugreisen daher extrem eingeschränkt. Das geht bei Snowboard-Trips ganz gut, weil ich meine Termine selbst bestimme. In diesem Jahr bin ich zum Beispiel nur nach Alaska geflogen, um dann einen Monat dort zu bleiben. Als Gründer von Jones Snowboards, die weltweit vertrieben werden, muss ich öfter ins Flugzeug. Ich könnte zwar darauf bestehen, dass alle meine Kunden zu mir kommen – aber das würde noch mehr Flüge bedeuten. Ironischerweise bin ich wegen POW auch oft mit dem Flugzeug unterwegs – fürs Fundraising oder Lobby-Arbeit in Washington, DC. Also, ja, ich fliege – aber viel weniger als früher. Das merke ich schon daran, dass ich keine Upgrades mehr bekomme, haha.

Was sind die kleinen Dinge, die jeder für sich selber an seinem Verhalten ändern kann? Nicht nur als Snowboarder, sondern auch im Alltag?

Ich versuche Jahr für Jahr, meine persönliche CO2-Bilanz zu verbessern. Fleischverzicht ist da ein sehr geeignetes Mittel. Weniger Fliegen ebenso. Bei POW sind wir uns aber bewusst, dass wir auch in größerem Maßstab unsere Systeme verändern müssen. Deshalb suchen wir den Kontakt zur Politik so deutlich. Wenn wir es nicht schaffen, die politische Führung auf Kurs zu bringen, werden wir nicht die nötige CO2-Reduzierung erreichen.

Jones Snowboards feiert heuer das Zehnjährige. Was war deine Motivation, eine Snowboardfirma zu gründen?

Ganz einfach: ich bekam nicht die Bretter, die ich haben wollte. Ich war es leid, Designer von meinen Konzepten überzeugen zu müssen. Und ich wollte wirklich gute Splitboards, nachdem das Splitten ein so großer Teil meines Snowboardens geworden war. Wir haben von Anfang an auf ökologische Materialien gesetzt, hatten aber kein „Öko-Modell“ in diesem Sinne im Programm. Immer, wenn wir umweltfreundliches Material entdecken konnten, das funktionierte, haben wir es auf der ganzen Board-Linie verwendet. Dieser ganzheitliche Ansatz ist uns sehr wichtig.

Ihr bezeichnet euch als Marktführer bei nachhaltigen Snowboards. Kann man überhaupt ein „nachhaltiges“ Snowboard produzieren, solange die Bretter noch als saisonale Produkte vermarktet werden?

Sogar die Produktion des „nachhaltigsten“ Snowboards beeinflusst zahlreiche Umweltfaktoren negativ. Darum ist es so wichtig, dass die Bretter qualitativ gut sind. Wir sagen unseren Kunden ganz deutlich, dass unsere Boards sehr haltbar sind und einen langen Produktzyklus durchlaufen, in dem sie mehrere Jahre gefahren werden sollen. Oft sage ich den Leuten, dass sie kein neues Board, sondern einen ordentlichen Service für ihr aktuelles Brett brauchen.

Welche Veränderungen im Produktionsprozess eines Snowboards hatte die größten positiven Auswirkungen auf die Umweltfreundlichkeit der Jones Boards?

Die größte Herausforderung für uns stellten die beim Laminieren verwendeten Harze dar. So giftig sie teilweise sind, so wichtig sind sie auch für die Haltbarkeit der Bretter. Dieses Jahr haben wir die ganze Kollektion auf pflanzenbasierte Super-SAP-Harze umgestellt, bei deren Herstellung ein Drittel weniger Treibhaus-Gase entstehen. Das ist ein großer Schritt für uns, auch wenn insgesamt noch ein weiter Weg vor uns liegt.

Zu welchen Zielen würde dieser weite Weg denn führen?

Das ultimative Ziel ist es, alte Snowboards so zu verwerten, dass daraus Materialien für neue Snowboards gewonnen werden können. Ich hoffe, dass eine sogenannte Kreislaufwirtschaft die Norm wird. Für alle unsere Produkte.

Lass uns sein bisschen über Shapes reden. Vielseitige und unterschiedliche Shapes sind der große Trend der letzten Winter. Du hast mit dem Mountain Twin, dem Flagship, Hovercraft und Solution seit zehn Jahren vier Shapes, die den Kern deiner Kollektion darstellen.

Die Boards, mit denen wir vor zehn Jahren gestartet sind, entwickeln wir immer weiter. Stagnation ist für uns keine Option. Alles kann immer verbessert werden, entweder beim Design oder bei den verwendeten Materialien. Und so arbeiten wir auch ständig an den vier ursprünglichen Modellen weiter.

Mit dem Surf-Shaper Chris Christenson hast du auch ausgefallenere Shapes entwickelt.

Mit Chris zu arbeiten hat wirklich Spaß gemacht. In seinem Shape-Raum haben wir einfach nur nach Bauchgefühl probiert, es gab keine Regeln; keinen Druck, ein neues Modell zu entwerfen. Dieser unvoreingenommene, experimentelle Ansatz ist aufregend und der eigentliche Grund, warum ich die Firma gegründet habe: Ich wollte etwas Neues in den Sport bringen. Das Strom Chaser ist ein gutes Beispiel. 147 cm lang, 28 cm breit, voller Surf-Rocker. Wenn du mir vor ein paar Jahren gesagt hättest, dass das meine erste Wahl an den besten Powder-Tagen wäre – ich hätte mein Auto darauf verwettet, dass du falsch liegst.

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Andrew Miller
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Beim „Flagship“ ist der Name Programm: Es ist nicht nur bei der Öko-Performance top, sondern ist das stilprägende Aushängeschild der Marke.

Genau, und deshalb war die Weiterentwicklung und damit Veränderungen am Shape heikel. Das Flagship ist meine erste Wahl, wenn es um Vollgas-Snowboarden geht, bei dem jeder Fehler verheerende Konsequenzen haben kann. Das Brett geht mit seiner DNA bis in die 90er zurück. Seitdem gab es ein paar große Entwicklungsschritte, unter anderem Rocker und Traction-Tech, aber die meisten Verbesserungen verliefen im mikroskopischen Maßstab. Vor drei Jahren hab ich dann angefangen mit neuen Konzepten zu experimentieren, ohne Druck und ohne Zeitplan. Deshalb hat’s auch so lange gedauert: Manche meiner Ideen haben nicht richtig funktioniert. Die größten Veränderungen sind mehr Taper, sowie der Nose-Shape. Wir haben den breitesten Punkt der Schaufel nach hinten verschoben und den Übergang des Verlaufs von der Nose in den Sidecut verbessert. Am Ende haben wir für das Ergebnis 40 Prototypen innerhalb von drei Jahren gebaut – was den aufwendigsten Testprozess für ein einziges Board bedeutet, den ich je durchgezogen habe. Andererseits: Die ganze Marke ist um das Flagship aufgebaut, insofern wäre ein geringerer Aufwand einfach nur respektlos den zahlreichen Anhängern des Boards gegenüber gewesen.

Splitboarden ist schon seit Jahren ein Trend für Abenteurer, setzt sich jetzt aber auch immer mehr in der Breite durch. Wie würdest du als Familienvater und Splitboardpionier die Chancen sehen, dass Splitboarden eine Familien-Aktivität wird?

Das Splitboarden mit meiner Familie hat mir wahnsinnig schöne Erfahrungen bereitet, aber auch sehr frustrierende. Mein genereller Rat ist: Klein anfangen. Ich gehe mit Kids in einfachem Gelände mit kurzen Runs, die kleine Features bieten. Kinder lieben Cliffs: Such dir einen eineinhalb-Meter-Drop in Powder, und Kids flippen aus. Die ersten 20 Minuten jeder Tour sind die schwersten, da hab ich schon mal Riegel und Schokolade dabei – sonst sind Süßigkeiten bei uns in der Familie aber tabu. Mach’s den Kids leicht, trag ihre Sachen in einem großen Rucksack. Sobald sie älter sind, wollen sie dann sowieso ihr Zeug selber tragen.

Welche Faktoren außerhalb des Snowboardens haben das Design und auch den technischen Aufbau deiner Boards am meisten beeinflusst?

Surfen, ganz offensichtlich. Aber auch Skifahren. Als der Rocker-Trend aufkam, bauten wir Snowboarder nur Twin-Rocker, die Skifahrer experimentierten aber bereits mit direktionalem Rocker. Shane McConkey ist ein guter Freund, er hat da eine Vorreiterrolle eingenommen und war ein guter Ideengeber für das Rocker-Profil, das wir bis heute auf dem Flagship benutzen.

Du bist der Gründer und Präsident von POW (Protect Our Winters). Seit der Gründung 2007 haben Umweltthemen viel mehr Präsenz in den öffentlichen Diskurs erhalten. Was sind die wichtigsten Erfolge von POW bisher?

Unsere größte Errungenschaft ist sicherlich unsere Reichweite. Über unser Netzwerk erreichen wir inzwischen Millionen von Menschen. Trotzdem, insgesamt führt die Klimabewegung einen wirklich harten Kampf, und wir haben nur sehr wenige nennenswerte Erfolge erringen können. Unser Gegner ist die Öl- und Kohle-Industrie, die mächtigste Industrie der Welt, die ihren Profit aus fossilen Rohstoffen schlägt und eine ausgefeilte Strategie zur Leugnung des Klimawandels seit den 1970er Jahren etabliert hat. Aber, bei der letzten US-Präsidentschafts-Wahl haben wir sie mit ein paar Tausend Stimmen in Montana geschlagen. Montana verfügt über viel Öl- und Gas-Ressourcen, und Trump sowie die Industrie haben nirgendwo mehr in den Senats-Wahlkampf investiert als dort. Trotzdem, mithilfe der Outdoor-Community und den Unter-25-jährigen, die wir massiv umworben haben, konnte ein Pro-Klima-Senator gewinnen.

Wie beeinflusst dein Engagement für POW deine Arbeit bei Jones?

Es gibt mir die Kraft, immer wieder auf den dringenden Handlungsbedarf beim Klimaschutz hinzuweisen, auch wenn man oft mit Kritik seitens der lauten Minderheit von Klimawandel-Leugnern konfrontiert ist. Mit Jones Snowboards sind wir Teil der „1% For The Planet“-Bewegung. Ein Prozent unseres Umsatzes spenden wir an Umweltorganisationen. Geld ist deren größtes Problem, sie sind unterbesetzt und unterfinanziert in ihrem Kampf gegen die reichste Industrie der Erde. Wir brauchen mehr bezahlte Jobs im Kampf um die Aufmerksamkeit und für das Schaffen eines Umweltbewusstseins. Wenn Jones wächst, können wir auch mehr Geld für diese Projekte zur Verfügung stellen.

Wie kann man sich bei POW engagieren?

In Europa geht’s gerade ab, wir haben einen Ableger in allen wichtigen Ländern und haben erstmals auch bezahlte Angestellte. Noch sind wir klein, aber es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen mitmachen. Nur so steigt unser Einfluss, um Veränderungen an der Klimafront erreichen zu können.

Jeremy Jones
Andrew Miller

Als Aktivist, Vater und Snowboarder „tanzt du auf vielen Hochzeiten“. Wir bringst du das alles unter einen Hut?

Ich setze ganz klar Prioritäten. Design und Marketing im Sommer, allgemeines Business und Snowboarden im Herbst. Wenn ich mit meiner Familie zusammen bin, möchte ich ganz für sie da sein. Das Leben ist kostbar, deshalb versuche ich jeden Tag auch draußen zu sein, auch wenn es nur kurz ist. Ich arbeite jeden Tag, oft abends nach dem Essen und am Wochenende. Wenn ich Snowboarden gehe, bin ich schon vor Sonnenaufgang auf dem Trail.

Freeriden bedeutet auch Risiko. Wie gehst du damit um?

Die Grundlage ist Gesundheit, Fitness, mentale Stärke und Achtsamkeit. Man braucht Geduld, wenn die Bedingungen nicht passen. Und man muss alles loslassen, wenn sie gut sind. Dieser Balance-Akt, genau zu wissen, wann das „Window“ sich geöffnet hat und man angreifen muss, oder wann man besser chillt, ist der Schlüssel zum Freeriden. Seit ich Familie habe, bin ich geduldiger und gehe wohl weniger Risiko ein. Trotzdem, wenn die Dinge zusammenpassen, fahre ich Lines wie früher.

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Andrew Miller

Wer hatte den größten Einfluss auf dich, als du jünger warst?

Meine Brüder! Sie haben mir gezeigt, dass man seine Träume wahr werden lassen kann, wenn man bereit ist auf dem Boden zu schlafen und von Energieriegeln zu leben. So sind wir über Jahre hinweg gereist. Es ging nur darum, zu den besten Orten der Welt zu kommen, und von dort noch weiter. Außerdem habe ich von ihnen gelernt, dass es das Wichtigste ist, jeden Abend wieder heil nach Hause zu kommen.

Fürs Snowboarden bedeutet das: Finde den besten Schnee und ergreif‘ deine Chance, als Erster in unberührtem Gelände. Um jeden Preis muss „Secondary Exposure“ vermieden werden. Dieser Ansatz wird in TGR-Movies seit über 20 Jahren proklamiert, und ich nehme das sehr, sehr ernst. Meine Brüder haben mir auch klargemacht, dass man Lawinengefahr nicht austricksen kann. Wir werden uns nie, nie in Gelände mit instabilem Snowpack begeben.

Und jetzt? Findest du immer noch Inspirationen im Snowboarden?

Ich bin das Produkt der Menschen, mit denen ich in den Bergen unterwegs war, darunter dutzende Berg-Partner wie Fahrer, Bergführer und Filmcrews. Meine Brüder stehen ganz oben auf dieser Liste, ebenso wie die Hatchett-Brüder, Tom Burt, Jim Zellers, Doug Coombs, Xavier De Le Rue und Johan Olofsson. Dazu gibt es unzählige namenlose, aber hart fahrende Locals, die mich inspiriert haben. Ich nehme von allen ein Stück mit. Zurzeit fahre ich viel mit Nick Russell, Jimmy Goodman, Nick Schnider und Julia „Pica“ Herry. Ich find‘ es wirklich wichtig, auch mit der nächsten Generation von Freeridern unterwegs zu sein. Nur ein Kriterium bleibt dabei für alle immer gleich: Sie müssen wirklich da draußen sein wollen, egal wie Wetter- oder Schnee-Bedingungen sind.

Welche Werte hat dir Snowboarden vermittelt, die du an deine Kinder weitergeben möchtest?

Snowboarden hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Im Snowboarden habe ich die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen durchlebt. Es hat mir eine echte Verbindung zur Natur ermöglicht. Es hat mich gelehrt, im Hier und Jetzt präsent zu sein und dass man Ziele durch harte Arbeit erreicht, indem man viele kleine Schritte aneinanderreiht. Es hat mich gelehrt, meine Ängste zu überwinden, aber auch, sie im richtigen Moment zu respektieren und umzukehren. Durch Snowboarden weiß ich, dass Ego gefährlich ist und Demut der Schlüssel. Mit der Zeit werden auch meine Kinder diese Lektionen lernen.

Du warst an einer Vielzahl Videoproduktionen beteiligt – einige davon waren echte Meilensteine. Hast du einen Lieblingspart?

Deeper war der erste Film, in dem ich nur gehiked bin. Daher hat er einen besonderen Platz in meinem Herzen. Damals war meine Karriere an einem Wendepunkt. Ich hab pro Saison vier oder fünf Videoparts rausgehauen, aber hab ich mich entschieden, in Zukunft auf Helikopter zu verzichten und stattdessen 100% auf reine Muskelkraft zu setzen. Keine meiner damaligen Filmcrews wollte das mit mir machen, also war ich gezwungen, ganz von vorne anzufangen und mir meine eigene Szene aufzubauen. Meine Freunde sagten mir, ich würde das „Öko-Ding“ ein bisschen zu ernst nehmen und fragten immer, wie es mit dem „Hippie-Snowboard-Film“ laufen würde. Sie haben einfach nicht kapiert, dass der Verzicht auf die Helis auch Zugang zu soviel mehr Terrain bedeutete. Ich wollte einfach die besten Lines finden und sie mir auch selbst erklettern. Im zweiten Jahr meines neuen Projekts haben wir das sogenannte „Spine Institute“ entdeckt, wo Ryland Bell, Xavier De Le Rue und ich die besten Lines unseres Lebens gefahren sind. Und sie uns zu Fuß erarbeitet haben.

Jeremy Jones
Andrew Miller

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Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.