Between (the) Lines: Torstein Horgmo

Erschienen in
Eileen Broadhead

Between (the) Lines: Torstein Horgmo

"Oooooh! There it is", schallt es aus den Lautsprechern, während die Menge durchdreht, "the first ever landed Tripple Cork in X-Games history! I don't know what they make them of in Norway...". Das haben wir uns alle gefragt, 2011 als uns Torstein den ersten Tripple in einem Contest serviert hat. Zusammen mit seiner Rockstar-Attitude, seiner unverkennbaren Coolness auf dem Snowboard und "Horgasm - A Love Story" war schon damals klar, dass man in so schnell nicht vergessen wird. Und auch jetzt, fast zehn Jahre später, ist Torstein immer noch ganz vorne mit dabei. Mit Parts wie in Shredbots "Untitled" zeigt er uns wieder und wieder, dass ihn auch im Backcountry nichts aufhalten kann. Wieso ihm die Contests dann doch irgendwann gereicht haben und was neben Snowboarden sonst so bei ihm läuft, erzählt er hier. 

Hi Torstein, erzähl mal, wie hast du den letzten Sommer verbracht?

Ein bisschen Surfen und viel Skaten. Ich war hauptsächlich zu Hause in Colorado und in Norwegen bei meiner Familie. Ein bisschen Snowboarden war ich auch, hier und da. Es war definitiv ein gemütlicher Sommer, der schon fast zu schnell vorbei war.

 


A propos Nicht-Snowboarden, machst du immer noch Musik aus Smoothiemakern und Tupperware?

Ja, Musik mache ich immer noch. Die Smoothie-Geschichte war aber eher eine einmalige Sache (lacht). Musik war schon immer ein großer Teil meines Lebens, aber viel veröffentlicht habe ich nie, vielleicht kommt das noch. Grundsätzlich ist es einfach ein Hobby und es macht mir total Spaß, damit herumzuexperimentieren.

Wie hat sich deine Sicht auf's Snowboarden in den letzten 10 Jahren verändert? Was ist dir dabei heute am wichtigsten?

Ich denke meine Sicht ist immer noch dieselbe, ich versuche so viel Spaß wie möglich zu haben. Natürlich hat sich einiges geändert, früher bin ich nur Contests gefahren, jetzt fokussiere ich mich viel mehr aufs Filmen. Zu Beginn hat die ganze Contest-Geschichte ja auch noch Spaß gemacht, aber mit der Zeit hat sich das nun mal verändert. Einen Contest zu gewinnen hat nichts mehr in mir ausgelöst und war kein Vergleich mehr zum Filmen oder Freeriden. Das waren ja auch die Sachen, die mich überhaupt zum Snowboarden geführt haben. Ich bin froh, dass ich das irgendwann begriffen habe...

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Gab es einen spezifischen Moment, der dich dazu gebracht hat die Contests aufzugeben?

Ja, das war als es mich an der Olympiade in Sotschi echt übel hingehauen hat. Ich hatte mir so viel Stress gemacht, obwohl das eigentlich gar nicht das war, was ich machen wollte. An der Olympiade teilzunehmen war nie ein Kindheitstraum von mir, ich habe früher davon geträumt, Videoparts zu filmen. Aber ich wollte einfach sehen, ob ich es schaffen würde. Schlussendlich hat es sich aber überhaupt nicht richtig angefühlt, als ich es dann ins Team geschafft hatte und als ich nach meinem Blackout mit einem Schlüsselbeinbruch aufgewacht bin, war ich fast schon erleichtert. Plötzlich hat alles Sinn gemacht, das war der ultimative Wakeup-Call.


Und wie sieht's mit der Zukunft aus? Hast du irgend welche Projekte laufen, über die du uns was erzählen kannst?

Momentan nehme ich es eher easy mit der Zukunftsplanung. Ich filme jedes Jahr mit DC, das wird nächste Saison nicht anders sein. Allgemein wenn meine Sponsoren coole Trips geplant haben, bin ich immer down. Ansonsten laufen immer Projekte, wir filmen sowieso die ganze Zeit. Momentan ist eher die Frage, ob wird mit der vorhandenen Footage einen Kurzfilm releasen, oder ob wir ein Zwei-Jahresprojekt draus machen. So oder so, stay tuned!

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Mehr "Between (the) Lines" gibts jede Woche hier auf pleasuremag.com. Mehr von Torstein findet ihr hier und falls ihr unsere Stomping Grounds Projects-Story von Philipp Siefken verpasst habt, könnt ihr die hier auch noch nachlesen.

Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.