Between the Lines: Terje Haakonsen

Erschienen in
Eileen Broadhead

Between the Lines: Terje Haakonsen

Was soll man dazu sagen, er ist ja nur einer der legendärsten Snowboarder aller Zeiten… Man könnte hier jetzt all seine Erfolge aufzählen , aber eigentlich müsstet ihr selbst wissen, mit welchem Kaliber wir es hier zu tun haben. Und wenn nicht, dann schaut euch einfach diese kurze Sequenz aus dem Film „First Descent“ an, das wird alle eure Fragen - zumindest teilweise - beantworten.
Trotz frisch operiertem Knie und Krücken steht Terje am Start des Banked Slaloms in Laax und schaut den Kids beim Surfen zu. „Kleiner Tipp: Je kompakter ihr euch macht, desto schneller seid ihr!“ ruft er den 11-13 jährigen zu, die aufgeregt vor dem Drop-In Schlage stehen. 

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Erzähl mir erst einmal, was ist mit deinem Knie passiert?

Naja, eigentlich sind beide kaputt. Meniskusriss…Den habe ich wahrscheinlich schon seit 20 Jahren, aber er hat mich nie gestört. Seit letztem Jahr habe ich aber immer mehr gemerkt, das etwas nicht gestimmt hat. Vor allem beim Wandern hatte ich oft Schmerzen. Also wurde mir geraten, beide Knie operieren zu lassen. Das linke war letzten Oktober dran und das rechte vor ein paar Tagen. Mit dem Hals habe ich auch Probleme, also dachte ich, ich mache gleich den Rundumservice. Im April sollte ich aber wieder auf dem Brett stehen. 

Und jetzt stehen wir hier am Start des Banked Slaloms, was ist das schönste daran, so ein Event zu hosten?

Ich finde es wichtig, dass es ein Format gibt, bei dem es nicht nur um die Pros, die Elite im Snowboarden geht. Ich meine, gibt es überhaupt so etwas wie einen Pro-Banked-Slalom-Fahrer? Vielleicht bist du Pro im Slopestyle, aber das heisst nicht, dass du gut im Banked-Slalom-Fahren bist, viele Slopetyle- und Piperider sind richtig schlecht darin (lacht). Also ist es cool zu sehen, wie das Ganze etwas durchmischt wird und wie random Leute daher kommen und die Pros schlagen können. Außerdem soll es einfach Spass machen und man muss den Contest nicht zu ernst nehmen. Wobei ich natürlich trotzdem immer versuche, die Anderen zu schlagen (lacht).

Apropos Ehrgeiz, ein Kommentar zum Sieg von Mark McMorris beim Snowskate-Race?

Ich habe gerade ein Bild von ihm bekommen, wie es ihn im Ziel hingehauen hat, nachdem er mich von der Quaterpipe runtergeschubst hat. So will man natürlich gewinnen, er ist hingefallen und ich stand immer noch auf meinem Brett (lacht). Aber mal im Ernst, es hat total Spass gemacht. Wir wollten das Ganze eigentlich im grösseren Stil durchziehen, aber hatten zu wenig Zeit dafür, weil sie anfangen mussten, die Pipe zu Shapen. Ich wusste eigentlich, das ich die bessere Line hatte als Mark, aber er hat heimlich einen Basegrind bei seinem Board machen lassen…


Nennt man sowas nicht Beschiss?

Naja, you got to pay to play, oder nicht? Aber jetzt weiss ich wo er steht, nächstes Mal krieg ich ihn bestimmt. Ausserdem hatte Mark eine harte Woche, das war es gut für ihn wenigstens etwas zu gewinnen (lacht).

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Denkst du es ist wichtig, heutzutage Events und Contests mit alternativen Formaten zu pushen?

Ich denke Action-Sport allgemein basiert auf Kreativität. Also darf es nicht immer dasselbe sein, sonst wird es langweilig. Hier zum Beispiel fahren wir auf Zeit, aber es gab schon Finals, bei denen sich vier Typen back to back den course runtergejagt haben. Manchmal sind es mehr Obstacle-Courses als Banked-Slaloms, manche sind eher im Boardercross-Style. Es tut definitiv gut diese Vielfalt zu sehen. Schlussendlich fährt man ja einfach auf Schnee und den kann man formen wie man will.

Zum Schluss, kannst du uns den wichtigsten Tip verraten, um fit zu bleiben?

Essen, auf jeden Fall. Zu wissen, wo es herkommt und, dass man nicht zu viel, oder zu wenig davon zu sich nimmt. Es gibt so viel, das uns nicht beigebracht wird. Welches Essen wie viel Nährstoffe beinhaltet und so weiter. Ausserdem mache ich Yoga, das mach mich stärker und hilft extrem beim Skaten, Snowboarden und sonstigen sportlichen Aktivitäten. 

Mehr "Between the Lines" gibts jede Woche hier auf pleasuremag.com. Mehr von Terje findet ihr hier. Und falls ihr die Resultate des Banked Slaloms verpasst habt, könnt ihr die hier in unseren Recap-Artikel nachlesen.

Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.