Between the Lines: Celia Petrig

Erschienen in
Eileen Broadhead

Between the Lines: Celia Petrig

Auch Celia haben wir an den Laax Open für ein kurzes Interview getroffen. Die Schweizerin hat sich letztes Jahr den zweiten Podestplatz im Slopestyle geholt. Sie ist aber nicht nur Contestfahrerin, sondern coacht, zum Beispiel bei Chixx on Board, auch den Nachwuchs. Und auch an Bewegtbildmaterial mangelt es nicht; ihr Edit "Eerie" über einen Trip nach Österreich kam im Dezember raus und auch im Laaxer "White Haze" ist sie zu sehen. Wir haben mit ihr über Katzen, Heimvorteile und die Wichtigkeit von Schneeschuhen beim Powder-Filmen geredet.

 

Laax

Ich habe mir gerade vor ein paar Tagen deinen neuen Edit „Eerie“ angeschaut. Magst du uns erzählen, wie dieses Projekt zustande gekommen ist.

Das kam alles total spontan. Ich hatte einfach Lust shredden zu gehen und ein Projekt draus zu machen. Ich kenne Nicki [Antognini] gut hab sie gefragt, ob sie Zeit und Lust hat Maca [Valle] und mich nach Österreich zu begleiten. Dann haben wir unser Auto vollgepackt und sind los…

Ich hab im Zusammenhang mit diesem Trip seltsames Geflüster über Katzen gehört. Was hat es damit auf sich?

Ich wurde letztens während einem Interview für’s Whiteout gefragt, wen ich am liebsten bei meinem Dream-Trip dabei hätte. Da meinte ich nur, meine besten Freunde und ein paar Katzen, damit wir an den Downdays Unterhaltung haben. Daraus ist dann ein ziemlicher Running-Gag geworden. Ich war dann schlussendlich auch auf dem Cover mit ein paar Katzen im Powder zu sehen (lacht).

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Du wohnst für die Saison in Films, richtig? Was gefällt dir daran am meisten?

Ja genau ich bin momentan in Films zu Hause. Das hier ist meine dritte Saison, die ich hier verbringe. Es ist echt cool, wie schnell man von hier aus überall ist. Und Laax selbst ist natürlich ein Paradies für Snowboarder.


Denkst du, du hast an den Laax Open gewisse Vorteile gegenüber Anderen Ridern, die nicht hier wohnen?

Das ist schwer zu sagen. Die Leute denken, dass jemand wie ich zum Beispiel den Course besser kennt und somit einen Vorteil hat. Aber der Course ist jedes Jahr wieder komplett anders und ich habe auch nicht mehr Trainingstage als alle Anderen. Aber ich denke wenn es um Nervosität und die ganze mentale Seite eines Contests geht, ist es für mich sicher etwas entspannter. Ich kann zu Hause schlafen und wie jeden Tag auch auf den Berg gehen, nur dass halt zwischendurch ein Contest stattfindet. Das ganze Reisen ist immer ein zusätzlicher Stressfaktor für uns alle, das habe ich an den Laax Open nicht.
 

Ganz allgemein, was gefällt dir am Contest fahren und gibt es auch negative Seiten für dich?

Dieses Jahr fühle ich mich echt gut, da ich bis jetzt vergleichweise viel im Park unterwegs war. Die letzten paar Jahre habe ich den Sommer eher am Strand verbracht (lacht). Contests selber machen mir fast immer total Spaß und sie sind ein guter Grund, sich selbst immer weiter zu pushen und zu versuchen, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Wenn man sonst shredden geht, bleibt man schnell mal in seiner Comfort-Zone stecken, weil’s halt gerade so schön ist einfach nur zu Snowboarden und den Tag zu genießen.

Sind Contests also auch ein Medium für dich, um neue Tricks zu Lernen?

Oft ist ein Contest einfach ein guter Grund, Tricks zu probieren, die man vorher vielleicht schon ein oder zwei Mal gestanden hat, die aber viel Überwindung kosten. Da merkt man dann auch wieder, was man eigentlich alles kann und was es alles für Möglichkeiten gibt. Und man wird natürlich auch von den anderen Teilnehmern gepusht und die ganze Stimmung ist total angenehm. Das Tolle am Snowboarden ist ja, dass es praktisch keinen Konkurrenzkampf gibt, sondern dass sich alle gegenseitig unterstützen und anfeuern.

Du bist auch bei Chixx on Board dabei. Erzähl mal, wie ist das zustande gekommen?

Ich war vor vier Jahren das erste mal bei einem Camp dabei. Meine Schwester und ich haben dort als Coaches gearbeitet und seit dem versuche ich so oft wie möglich dabei zu sein. Und es macht echt total Spaß zuzuschauen, wie alle aufblühen und sich gegenseitig motivieren, neue Tricks aus zu probieren.


Ist es dir wichtig, spezifisch Frauen und Mädchen beim Snowboarden zu pushen?

Ja, wichtig ist es sicher und auch sehr schön, über dreißig Frauen und Mädchen miteinander auf dem Brett stehen zu sehen. Ich denke aber es ist genauso wichtig, mit Männern unterwegs zu sein. Ich selbst war früher immer mit meinem Bruder und seinen Freunden Snowboarden und hatte nie groß eine Hemmschwelle, wenn es darum geht, neues auszuprobieren. Aber für viele wirkt der Sport doch sehr Männerdominiert, und ich denke, vor allem junge Mädchen zu fördern, ist enorm wichtig. 

A propos mit Männern shredden gehen, Elena [Könz] und du seid zusammen in „White Haze“ zu sehen. Wie war das so, mit Nicolas [Müller] & Co. zu Filmen?

Das meiste haben wir letztes Jahr kurz vor den Laax Open gefilmt und ich war natürlich die einzige, die keine Schneeschuhe dabei hatte. Da war ich mit einem monster Muskelkater in den Beinen schon mal super auf den Contest vorbereitet (lacht). Mit den Jungs unterwegs zu sein war echt eine tolle Erfahrung. Zu sehen, wie man solche Powder-Shots überhaupt hinkriegt ist echt beeindruckend. Es sieht in den Videos immer so leicht aus, aber da steckt schon sehr viel Arbeit dahinter.

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Mehr "Between (the) Lines" gibts jede Woche hier auf pleasuremag.com. Mehr von Celia findet ihr hier. Und falls ihr die Resultate der Laax Open verpasst habt, könnt ihr die hier in unseren Recap-Artikel nachlesen.

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Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.