Love Snowboarding - PopUp-Shop am Bodensee

Interview
Martina Zollner
Erschienen in
Martina Zollner

Love Snowboarding - PopUp-Shop am Bodensee

Die Liebe zu den Bergen wurde Tobias Bär schon früh in die Wiege gelegt, wobei ihm das Snowboarden von Anfang an am meisten faszinierte. Knapp 30 Jahre steht er schon auf dem Snowboard. Die gesammelten Erfahrungen möchte er an andere leidenschaftliche Snowboarder weitergeben. Daher hat er den Pop-Up-Shop "love snowboarding" in Tettnang ins Leben gerufen. Nebenbei ist er noch Geschäftsführer einer Bäckerei. Wie das alles funktioniert? Dazu haben wir Tobi ein paar Fragen gestellt.

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Snowboard-Shop direkt in Tettnang zu eröffnen?
Die Idee habe ich eigentlich schon lange! Einen ersten „Business-Plan“ für einen Snowboardshop habe ich im Rahmen meines Studiums bereits vor knapp 15 Jahren geschrieben. Damals habe ich mich schon immer geärgert, dass meine große Liebe, das Snowboarden in vielen Shops nicht gelebt wird, sondern als reines Business gesehen wird. Natürlich will auch ich am Ende nicht drauflegen, aber Snowboarden ist mehr für mich. Snowboarden ist nicht nur ein Sport, für mich ist Snowboarden eine Lebenseinstellung. Ein Snowboardshop muss natürlich in erster Linie eine gute Beratung und Auswahl bieten. Er muss aber auch Treffpunkt und ein Platz für gute Gespräche sein. Immer weniger lokale Shops pflegen diese Kultur und bei mir in der Gegend war zusätzlich das Problem, dass immer weniger Shops überhaupt Snowboards im Sortiment haben. Es waren also viele Punkte, die mich dazu motiviert haben.

Wie kann man sich einen Pop-Up-Shop genau vorstellen?
Ein Pop-Up-Shop ist ja zunächst einmal ein Laden, der für eine gewisse Phase geöffnet hat und dann seine Pforten wieder schließt. Da wir in der Bodenseeregion ja auch nicht 365 Tage im Jahr Winter haben, macht ein zeitlich begrenzter Shop auf die Hauptsaison absolut Sinn. Im August brauchen wir eher Wakeboards und SUPs am Bodensee. Dazu habe ich auch noch andere berufliche Projekte, die mich in den anderen Monaten binden. Daher die Idee den Snowboardshop als Pop-Up-Shop zu eröffnen.

Du hast deinen Shop "love snowboarding" genannt. Sagt uns zwar schon alles, aber warum hast du diesen Namen gewählt und für was steht für dich dieser Name?
Snowboarden begleitet mich schon fast 30 Jahre. Als ich als Kind noch auf Ski in den Alpen unterwegs war, habe ich die ersten Snowboarder gesehen und ich war von Anfang an fasziniert vom Snowboarden. In den Achtzigern war Snowboarden ja schon noch etwas exotisch und viele Lifte haben gar keine Snowboarder befördert, oder wir durften nicht mit Brettern an den Füßen einsteigen. Dementsprechend offen waren auch meine Eltern für meine Idee, dass ich eigentlich viel lieber snowboarden will. Meine erste Snowboardstunde und ein Leihbrett habe ich zu dieser Zeit gegen ein Basecap in Graubünden eingetauscht, heimlich und ohne das Wissen meiner Eltern. Wie gesagt, ich war von Anfang an verliebt in Snowboarden und dem ganzen drum herum. Und diese Liebe brennt immer noch, seit mittlerweile 3 Jahrzehnten! LOVE SNOWBOARDING eben!

Was erwartet die Besucher in deinem Laden?
Das ist einfach! Mein Anspruch ist, dass jeder glücklich meinen Laden verlässt. Egal ob er was gekauft hat oder nur auf einen Ratsch, einen Kaffee oder ein Bier da war. Ich versuche für jeden das passende Brett zu finden, den optimalen Schuh oder eine Bindung, die nicht drückt und zum Riding-Style passt. Snowboarden ist vielfältig und das will ich mit „love snowboarding“ zeigen. Die meisten Bretter in meinem Shop habe ich schon selbst gefahren und möchte quasi ein Wegweiser im Snowboard-Dschungel sein. Ich freu mich mein Wissen und die Erfahrungen, die ich am Berg gesammelt habe an meine Besucher weiter zu geben. Interessant ist aber auch was die Kunden nicht erwartet: Outerwear! Ich habe in der ersten Auflage von „love snowboarding“ komplett auf Outerwear verzichtet und konzentriere mich voll auf Boots, Bindungen und Boards und ein paar Accessoires drum herum.

Du bist ja eigentlich Geschäftsführer der Bäckerei Bär in Tettnang. Da treffen ja zwei verschiedene Welten aufeinander. Wie kam das dazu?
Meine Familie kam im 16. Jahrhundert aus dem Bregenzer Wald an den Bodensee. Die Liebe für die Berge liegt mir also in den Genen. Jedenfalls, seit dieser Zeit handeln wir mit Lebensmittel und backen täglich für meine Heimatstadt Tettnang. Das Ganze wird noch etwas absurder, wenn man weiß, dass ich auch noch seit gut 10 Jahren im Snowboardvertrieb und der Entwicklung arbeite. So verschieden das zunächst klingt, so gut ergänzen sich die beiden Welten. Das lokale Handwerk erdet mich für das globale Snowboard-Business. Mir sind die Werte, die eine Marke verkörpert, die Qualität der Produkte und die Menschen dahinter wichtiger als schöne Marketingtexte.    
Beides klappt natürlich nur so gut, weil ich mich im Winter vor allem auf meinen Vater voll verlassen kann. Während andere seiner Altersgenossen den Ruhestand genießen, ist er noch voll im Betrieb und unterstützt auch meine Liebe für's Snowboarden.

Am 6. Januar ist es wieder vorbei? Planst du irgendwann eine erneute Eröffnung?
Das war in der Tat die meist gestellte Frage, die in den letzten Wochen auf mich zugekommen ist. Ich bin aktuell so glücklich mit den Rückmeldungen von Kunden und Freunden auf meine Idee, dass „love snowboarding“ kein Projekt für ein Jahr bleiben darf! Gedanklich plane ich schon „love snowboarding 2.0“ im November 2019. Das kann ich schon exklusiv hier im Pleasure vorwegnehmen. Aber auch für die erste Auflage von „love snowboarding“ habe ich eine gute Nachricht für alle Bodensee-Snowboarder und alle die nochmals vorbeischauen möchten. Am 06. Januar endet zwar die Phase, in der ich täglich von früh bis spät die Türen öffne. Der Laden bleibt aber noch einen weiteren Monat stehen. Öffnungszeiten kann man dann der Homepage entnehmen oder vereinbart einfach einen Termin mit mir!

Danke Tobi für das Interview!

Weitere Informationen über den Shop & Öffnungszeiten findet ihr hier:

Auch in dieser Saison 2018/19 widmet sich diese Special Ausgabe wieder einem Thema: Powder. Mit dabei sind Austen Sweetin, Jerome Tanons Reisebericht aus dem Karakorum-Gebirge in Pakistan, ein etwas anderer Trip quer durch Europa, Splitboarden in Georgien, Snowboard-Realitäten im Pazifischen Nordwesten, die neuesten Splitboard- und Powder-Produkte, Backcountry Knowledge mit risk'n'fun und vieles mehr. Viel Spaß mit dem Pleasure Powder Special 2019.