Markus Keller: In Transition

Interview
Christian Bach
Eileen Broadhead

Markus Keller: In Transition

Transitions - diese Kunst beherrscht auch Markus Keller. Comp-Kid, Core-Shred, Shape-Affictionado, Line-Magician - das alles war und ist Markus schon in unzähligen Clips und auf unzähligen Shots für uns gewesen. Mit jeder Menge Transitions dazwischen. Pipes, Kicker, Naturals, Park-Boards, Pipe-Boards, Swallow-Tail-Shapes, XXL-Pants und Avalanche-Backpacks; im Verband, an der Bar, als Olympionike und auch Captain Koma, für die FIS, bei der ISF und dann TTR, und meistens doch total frei. In Transition eben...

Die Ausgabe 132 zum Thema Transitions gibts hier zum nachbestellen oder Online abonnieren.

Markus, hi. Und gleich provokant gefragt: Vom FIS-nahen Freestyle Leistungszentrum zum Core-Brand-Gesicht mit Swallow-Tail-Board – wie konnte es so weit kommen?

Meine Zeit im Sportgymnasium Davos ist schon eine Weile her und es hat sich seither auch vieles getan. Ich habe der Schule sehr viel zu verdanken und schätze deren Unterstützung und die Zeit dort sehr. Und doch war ich schon immer ein Freestyler und der Rektor betitelte mich auch gleich von Beginn weg als „kleinen Rebell“. Es hat sich ja auch vieles in Sachen Sportschulen und Leistungszentren getan. Was heute schon sehr strukturiert, durchgeplant und streng geführt ist, war für uns noch sehr abenteuerlich und experimentell...

 

Aus all den Jahren als professioneller Snowboarder - was nimmst du mit, was prinzipiell auch in der normalen Welt funktioniert?

Da gibt es sehr viel mitzunehmen, was auch im Alltag hilfreich sein kann und funktioniert. Wie ich anfangs beschrieben habe, waren wir schon früh und jung sehr selbstständig unterwegs und es gab noch nicht so eine große Entourage um uns Fahrer. Auch von Sponsorenseite her hatte ich nie wirklich einen Teammanager, der sich von A bis Z um alles gekümmert hat. So nehme ich auf jeden Fall sehr viel mit in Sachen Organisation, Kommunikation, Selbständigkeit, Improvisation ... ich habe auch bis auf ein paar Ausnahmen nie mit einem Manager oder Agenten zusammengearbeitet und somit auch viel über Zusammenarbeit mit Sponsoren und die Verträge gelernt.

Markus Keller
Matt Georges

Hattest du während deiner Laufbahn einen Punkt, an dem du dachtest, dass du gegen "Regeln" verstossen musst, um dich persönlich weiterzuentwickeln?

Ich denke nicht. Oder wie meinst du das genau?

 

Na, gegen das "wir machen das bei us aber so"...

Ich bin eh meist meinen eigenen Weg gegangen und hab mich auch auf diese Weise weiterentwickelt. Da habe ich bestimmt auch mal gegen Regeln verstossen, ob absichtlich oder unabsichtlich.

 

Hast du deine Entwicklung - sprich: die Übergänge von einem Snowboarding ins nächste - von damals bis heute als schwierig empfunden? Oder war alles smooth, um es im Transition-Style zu fragen?

Das verlief eigentlich von Anfang bis jetzt immer sehr smooth mit den Transitions. Mir war Vielseitigkeit und Abwechslung schon immer ein grosses Anliegen, nicht nur im Snowboarden. So habe ich mich auch schon immer für die verschiedenen Bereiche im Snowboarden interessiert und eigentlich von Anfang an Wettkämpfe mit Film- und Photoshoots kombiniert. Es war also nie ein Wechsel in etwas komplett neues für mich.

 

Okay, dann ist das doch der perfekte Einstieg für meine letzte Frage: Wie schafft man als Snowboarder die Transition vom Comp-Kid zum Freigeist, der bestenfalls noch mehr Spass am Snowboarden hat als zu seinen Anfangstagen?

Einmal mehr: Go your own way! Oder gibt es sonst noch viele Werbeslogans, die an dieser Stelle reinpassen würden? Einfach die Dinge auf seine eigene Weise tun, sich dabei selbst kennenlernen und weiterentwickeln. So kannst du dann auch deine Stärken erkennen und ausnützen.

Markus Keller
Matt Georges
Markus Keller
Vernon Deck
Laax
Markus Keller
Matt Georges
Vans Snow Days 2018

Mehr über Markus' Zeit im Sportgymnasium und seine Sicht zur Entwicklung des Snowboardens, lest ihr in der Ausgabe 132. Habt ihr nicht? Skandal! Dann besser direkt hier bestellen oder – noch viel besser – Abo abschließen oder Online abonnieren, Prämie absahnen und nie mehr eine Ausgabe verpassen.

Transitions – das sind die Übergänge zwischen Zuständen und Momenten, die sich aneinanderreihen zu Eindrücken und Ereignissen, die zu Erinnerungen werden und zu Erfahrungen kumulieren. Transitions – das sind die Wege, auf denen sich Veränderungen abspielen. Pleasure Ausgabe 132 widmet sich eben jenen Transitions. Viel Spaß damit.