Interview: Flo Corzelius

Interview
Stefan Götschl
Eileen Broadhead

Interview: Flo Corzelius

Das erste Mal habe ich von Flo gehört, als er mir seinen Season-Edit 2009/10 schickte. Fettes blaues T-Shirt, modisch-fragliche (jedoch für damalige Verhältnisse absolut angebrachte) Baggypant, rote Sonnenbrille, Kopfhörer unter der Goggle, blonde Frise, Switch Backside 9er und Front 10 Double Corks. Keine Ahnung, wer der Typ war, aber er war gut. Gute acht Jahre später weiß man, wer Flo Corzelius ist. Der deutsche Wahl-Innsbrucker hat sich zu einem der stylischsten und besten deutschen Snowboarder entwickelt. Er hat zahlreiche Videoparts gefilmt und mit den Herren Morgan und Käppeli als TFA-Crew ein beeindruckendes Knalltüten-Trio gebildet. Zudem hat Flo stets die Haare schön und mit „Flow“ ein äußerst sehenswertes Videoprojekt am Start. Genügend Gründe, um sich mit ihm über die folgenden Begriffe zu unterhalten. Flo fährt für Salomon Snowboards, Volcom, Smith, Absolut Park, Skatedeluxe, Rad Gloves und Stance.

Flo Corzelius
Felix Pirker

Flow

Ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften. Sowohl im „normalen“ Leben, als auch im Snowboarden. Oftmals wird Flow so gedeutet, dass man den Dingen einfach ihren Lauf lässt und dabei ganz natürlich immer das Beste herauskommt. Funktioniert auch teilweise so. Ich selbst bin jedoch der Auffassung, dass man durch bewusste Entscheidungen und Handlungen den eigenen „Flow“ im Leben beeinflussen kann – und auch sollte. Was Snowboarden angeht, ist Flow für mich ein wesentlicher Bestandteil des Ridings, vor allem hinsichtlich des Styles: wenn etwas flüssig ist, sieht es meistens auch gut aus. Egal ob es nun Turns durch einen Banked Slalom oder Street-Lines sind. Außerdem war es aufgrund unseres Konzepts und meinem Namen ein passender Titel für mein aktuelles Filmprojekt, haha.


Veränderung

In den letzten Jahren hat sich in der Snowboardwelt extrem viel verändert. Als ich mit dem Snowboarden begonnen habe, gab es kein Social Media. Die Rider vom Air+Style in Seefeld waren die gleichen Fahrer, die man auf den DVDs sehen konnte. Und die FIS war eine Skifahrer-Organisation, mit der niemand etwas zu tun haben wollte (toll, jetzt fühl' ich mich alt!). Für mich selbst hat sich natürlich auch einiges geändert. Mein Hobby ist mehr oder weniger zu einem bezahlten Beruf geworden und auch alles andere läuft mittlerweile wesentlich professioneller ab, als noch vor ein paar Jahren. All das heißt natürlich nicht, dass wir nicht immer noch unglaublich kindische Vögel sind, die mit ihrem Brett auf Handrails rumrutschen ... aber ich denk, wir wissen jetzt zumindest halbwegs, wie der Hase läuft.


Helden

Ich orientiere mich selten an einzelnen Personen. Allerdings lasse ich mich öfter von Büchern oder Filmen beeinflussen … jedoch wechseln diese Einflüsse auch ziemlich häufig, weshalb es bei mir keine „Alltime-Favorites“ gibt. Am ehesten kann man sagen, dass meine engen Freunde und meine Freundin „Helden“ für mich sind. Sie beeinflussen und inspirieren mich ständig. Ach, und Hank Moody, natürlich.

Flo Corzelius
Theo Acwoth

Mehr von Flo zu Abwechlung, Zukunftsplänen und wieso Tirol (anscheinend) besser ist als Bayern, lest ihr in der Ausgabe 132. Habt ihr nicht? Skandal! Dann besser direkt hier bestellen oder – noch viel besser – Abo abschließen oder Online abonnieren, Prämie absahnen und nie mehr eine Ausgabe verpassen.

Transitions – das sind die Übergänge zwischen Zuständen und Momenten, die sich aneinanderreihen zu Eindrücken und Ereignissen, die zu Erinnerungen werden und zu Erfahrungen kumulieren. Transitions – das sind die Wege, auf denen sich Veränderungen abspielen. Pleasure Ausgabe 132 widmet sich eben jenen Transitions. Viel Spaß damit.