Interview: Deniz Cinek

Interview
Kevin Cathers
Kevin Cathers
Eileen Broadhead

Interview: Deniz Cinek

In den vergangenen Jahren konnte ich glücklicherweise oft mit Deniz Cinek zusammenarbeiten. Deniz ist ein ruhiger Zeitgenosse mit einer gigantischen Leidenschaft für Snowboarden und seine Freunde. Er ist immer motiviert und sein Riding spricht für sich. Während der letzten Saison haben wir gemeinsam dem Powder hinterher gejagt und neues Terrain erkundet. Vieles hat funktioniert, manches eher weniger. Eines habe ich jedoch gelernt: Wenn Deniz spricht, hörst du zu. Er kann das Gelände einmalig analysieren und zerlegt so ziemlich alles, was ihm unters Board kommt. Als er mir vor einiger Zeit davon erzählte, das er eine Laufbahn als Bergführer anstrebt, war ich sofort fasziniert und wollte mehr über seinen Weg ins hochalpine Gelände sowie die Idee dahinter wissen.

Das ganze Interview gibts im Pleasure 132 zum Thema Transitions zu lesen. Ausnahmsweise mal eine Ausgabe verpasst? Kein Problem, die gibts hier zum nachbestellen oder Online abonnieren.

Für diejenigen, die dich noch nicht kennen: Stell dich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Deniz Cinek, ich bin 35 Jahre alt. Mit sieben Jahren habe ich mit dem Snowboarden begonnen, dementsprechend ist es aktuell meine 28. Saison auf dem Board. Ich bin meist im Schweizer Hoch-Ybrig unterwegs, wo ich auch im Winter wohne. Im Sommer lebe und arbeite ich in Zürich.

 

Man kann dich guten Gewissens als Freestyle-Snowboarder bezeichnen. Warum hast du dich für eine Laufbahn zum Bergführer entschieden, und wie kann man sich den Übergang vorstellen?

Ich habe Snowboarden schon immer geliebt. In den Bergen zu sein, umgeben von Natur, so möchte ich meine Zeit verbringen. Während meiner Zeit beim Militär habe ich die Ausbildung zum "Gebirgsspezialist" gemacht. Den Kurs dazu musste man leider per Ski absolvieren Es war jedoch eine sehr interessante Erfahrung und ich habe dort einige Bergführer kennengelernt. Wir sind viel geklettert, haben Bergrettungen geübt und zahlreiche Touren absolviert. Ich bekam einen Einblick in den Alltag eines Bergführers, welche Ausbildung und Hintergründe dahinter stecken. Zwar ist all das schon einige Jahre her, doch ich erinnere mich noch genau an meine rebellische Art. Damals wollte ich einfach nur Snowboarden. Wenn ich heute aber zurückblicke, sind mir die Erfahrungen dieser zeit stets im Gedächtnis geblieben. Es war eine grossartige Phase meines Lebens. Ich finde es cool, dass man sich seinen Lebensunterhalt als Guide verdienen kann. In den Bergen sein und diese Erlebnisse mit anderen teilen - das ist doch eine angenehme Art zu leben.

 

Du kennst viele Pros persönlich. Wie ist es so, immer mit verdammt guten Snowboardern unterwegs zu sein?

Ich selbst kann nicht viele Dinge besser als Snowboarden. Bin ich auf dem Brett, bin ich in meinem Element. Ist man mit guten Snowboardern am Berg, bist du stoked über deren Riding und die Art und Weise, wie sie den Berg und das gelände interpretieren. Es ist gut, wenn man sich gegenseitig pusht und beobachten kann, was andere Fahrer gern machen. Schlussendlich ist es jedoch am Wichtigsten, einen guten Vibe in der Gruppe zu haben. Stimmt der Vibe, zeigen sich schnell die positiven Ergebnisse. Bei etlichen Pros spielt sich das Snowboarden auch im Kopf ab, glaube ich. Sie denken ständig darüber nach, wie sie ihr nächstes Manöver in die Realität umsetzen können. Diese Kreativität in der Praxis zu sehen, ist verdammt cool. Pros sind eben Pros. Sie wissen, was sie machen.

 

Du hast in den vergangenen Jahren auch ordentlich Coverage bekommen, warst aber nie ein "echter" Pro. Was hat dich davon abgehalten, den nächsten grossen Schritt zu gehen?

Schwierig zu sagen. Ich startete mit Contests und bekam dadurch viel Coverage. Die Contest-Szene hat sich aber exrem schnell verändert und das Level wurde einfach verrückt. Ich konnte mich damit nicht mehr identifizieren. Während dieser Zeit nahm ich auch an einigen Fotoshoots teil und hatte dabei wesentlich mehr Spass. Du warst mit deinen Freunden unterwegs, alles war entspannter, man konnte neues Terrain entdecken. Wir arbeiteten als Team und wenn am Ende des Tages alles funktionierte, hatten wir ein cooles Foto und jeder war stoked. Falls das Foto dann auch noch in einem Magazin veröffentlicht wurde, waren alle doppelt stoked für die jeweiligen Rider und die Crew. Wir waren ein Team und jeder hatte seine Aufgaben. Ich war stets Teil des Teams, aber nie der Hauptbestandteil oder ein "echter" Pro. Ich habe aber auch nie wirklich versucht, Pro zu sein. Will man wirklich ein Pro werden, muss man meiner Erfahrung nach eine Videoproduktion finden, mit den richtigen Leuten sprechen und sich ernsthaft vermarkten. Ich hatte nie das Bedürfnis, viel zu sprechen; ich wollte einfach so snowboarden, wie es sich für mich richtig anfühlte.

Deniz Cinek
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Melchsee
Deniz Cinek
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Hoch Ybrig

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Transitions – das sind die Übergänge zwischen Zuständen und Momenten, die sich aneinanderreihen zu Eindrücken und Ereignissen, die zu Erinnerungen werden und zu Erfahrungen kumulieren. Transitions – das sind die Wege, auf denen sich Veränderungen abspielen. Pleasure Ausgabe 132 widmet sich eben jenen Transitions. Viel Spaß damit.