Influencers: Gigi Rüf

Portrait
Christian Öfner
Erschienen in
Pleasure 121
Stefan Götschl

Influencers: Gigi Rüf

Gigi Rüf ist der Inbegriff von ziemlich viel. Vor allem gilt er als einer der angenehmsten Zeitgenossen seiner Zeit. Gigi Rüf genießt eine uneingeschränkt positive Zustimmung jedes Snowboarders. Egal ob in Europa, Nordamerika oder anderswo, alt oder jung, Street oder Big Mountain, Contest- oder Videowelt. Das ist selten und ungewöhnlich. Wer Gigi Rüf kennt, weiß, warum es dennoch so ist. Der 34-Jährige hat es unter anderen geschafft, die allgemeine Wahrnehmung, wie unumgänglich Contests für eine große Karriere sind, auf den Kopf zu stellen. Denn sieht man von einigen regionalen Austria Cups ab, hat Gigi Rüf nie einen großen Contest gewonnen, geschweige denn in erwähnenswerter Regelmäßigkeit daran teilgenommen. Wozu auch! Burton hatte 1999 gerade das legendäre Seven Projekt gelauncht und mit Gigi Rüf einen von sieben Teamfahrern am Start, der perfekt in das gewollte Bild des jungen, aufstrebenden Videotypens passte. Schon nach den ersten Gehversuchen in Form eines sehr soliden Premierenparts in „Destroyer“ von Kingpin Productions war abzusehen, dass der Rookie, mit dem für Amerikaner so unaussprechlichen Namen, nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden würde.

Es folgte eine der eindrucksvollsten Videopart-Sammlungen der Snowboardgeschichte. Seit 16 Jahren mischt Gigi Rüf mit – und seit 16 Jahren verging keine Saison ohne mindestens einen guten Videopart des Österreichers. Tendenziell eher zwei, manchmal auch drei oder vier. Immer progressiv, immer sehenswert. Gigi Rüf hat im Wandel der Zeit nicht nur sein Snowboarding verändert, sondern Backcountry-Freestyle maßgeblich geprägt. Wie kein anderer kombiniert er klassische Cheesewedge-Jumps mit Big-Mountain-Freestyle und steht somit an der Spitze einer relativ neuen – jungen – Generation.

Zu guter Letzt ist Gigi Rüf der personifizierte nette Junge von nebenan. Seit der Vorarlberger mit 18 Jahren zum ersten Mal international in Erscheinung trat, umgibt ihn eine einzigartige, ungebremste Leichtigkeit. Bis heute hat sich daran nicht viel verändert. Gigi Rüf ist erwachsen geworden, ist Ehemann sowie Vater zweier Kinder und sich seiner Verantwortung durchaus bewusst, hat mit Slash seine eigene Marke gegründet, steht im Leben ... Sobald er von Snowboarden auch nur erzählen darf, ist das wie weggeblasen. Dann kommt wieder das Kind zum Vorschein, das aufgeregt und mit Leuchten in den Augen von seinem liebsten Hobby berichtet.

Man spürt, dass Gigi Rüf zwar ganz genau weiß, wie Snowboard-Profi gespielt wird, er Snowboarden allerdings nie als Job verstanden hat. In erster Linie war es immer Zeitvertreib und Leidenschaft. Ein Hobby, mit dem Gigi Rüf relativ viel Geld verdienen konnte. Wie – zumindest macht es den Anschein – es soweit kommen konnte, versteht auch er selbst bis heute nicht so wirklich. Er wollte doch nur Snowboard fahren.

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