Interview: The Fergusons

Interview
Gabor Abonyi
Pete Alport
Erschienen in
Pleasure 133
PLSR-Online

Interview: The Fergusons

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Die Fergusons sind wohl eine der erfolgreichsten Brüder-Kombis im Snowboarden und das mit Recht, denn das Riding der beiden ist so vielfältig, wie es technisch, kraftvoll und stilsicher ist. Außerdem sind die beiden sehr entspannt und bodenständig - Grund genug, dass wir ihnen für unsere "Generations"-Ausgabe Nr. 133 ein paar Fragen gestellt haben ...

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Ben, du bist der ältere Bruder. Habt ihr zur selben Zeit begonnen oder war es so, dass einer von euch damit angefangen hat, da der andere bereits gefahren ist?


Ben: Ja, genau, ich bin der Älteste von uns Beiden und vier Jahre älter als Gabe. Mein Dad hat mich zum ersten Mal mit sechs Jahren mit auf den Berg zum Snowboarden genommen, soweit ich mich erinnere. Gabe war gerade mal zwei und hat zuhause Disney geschaut. Im nächsten Jahr haben sie ihn auf Ski gestellt und das Jahr drauf dann aufs Snowboard. Er sah echt lustig aus: Kleiner Kerl, großer Helm. Für sein Alter hat er es aber richtig schnell rausgehabt, aber ich bin mir nicht sicher, ob er sich wirklich daran erinnert, haha.

Gabe: Unsere ganze Familie fährt Snowboard, seit ich mich erinnern kann. Wie Ben schon gesagt hat, fing ich mit Skifahren an, als ich drei Jahre alt war. Da die ganze Sippe aber snowboardete, war ich natürlicherweise fasziniert davon. Ein Jahr später,als ich vier war, stand ich dann auf einem Snowboard am Mount Bachelor. Ich glaube um diese Zeit fing Ben an, seine ersten Contests zu fahren.
 

Ihr macht beide einen sehr entspannten Eindruck, gleichzeitig hat jeder von euch beiden seinen ganz eigenen Style – auf dem Brett und abseits davon. Wo liegen die größten Ähnlichkeiten und wo die deutlichen Unterschiede zwischeneuch?

Gabe: Ich denke uns interessiert beide dieselbe Art von Snowboarding. Mehr powder- und freeride-orientiert – und natürlich Transitions. Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass wir beide keine guten Jibber sind, aber Rails sind uns auch nicht wichtig, also ist das auch eigentlich egal. Wir haben aber auch unsere Unterschiede: Ben ist ein „Charger“, der Typ fährt einfach schnell und hart. Ich dagegen lasse es gern etwas langsamer angehen und versuche es ruhig und smooth aussehen zu lassen.

Ben: Gute Frage. Äußerlich kommt Gabe vielleicht mehr nach unserer Mom und ich mehr nach unserem Dad. Was unsere Interessen angeht, sind es in vielerlei Hinsicht die gleichen: Skaten, Mountainbiken, am Fluss hängen, Bier trinken. Einer der größten Unterschiede ist wahrscheinlich, dass Gabe einfach unglaublich talentiert ist und viele Dinge auf Anhieb gut kann. Ich muss schon etwas mehr Arbeit investieren um etwas genauso gut zu können. Davon abgesehen ist unser Style auf dem Snowboard wohl ein ganzes Stück unterschiedlich, das stimmt. Er ist eben ein „Smooth Operator“ und ich habe eher den „Wie aus der Kanone geschossen“-Style.

Trotzdem seid ihr in Sachen Snowboarden insgesamt in den gleichen Dingen gut: Pipe, Jumps – und es scheint, ihr fühlt euch beide auch im Backcountry sehr wohl. Wer waren die Fahrer, die euch inspiriert haben und worauf konzentriert ihr euch wenn es um Progression und Style geht?

Ben: Ich habe schon immer zu Josh Dirksen aufgeblickt. Er war auch einer der ersten Pro-Snowboarder, die ich in Oregon getroffen habe, als ich ungefähr acht war. Er gab mir einen Robot-Food-Sticker von ihrem Film „Lame“ damals. Davon abgesehen würde ich sagen Danny Davis in Sachen Halfpipe-Riding, Mikkel Bang auf Jumps, Bryan Fox, Nicolas Müller, Terje Håkonsen, die Liste könnte noch ewig weiter gehen.

Gabe: Ich denke es gibt eine Reihe von verschiedenen Snowboardern, die einen mit ihrem Einfluss insgesamt zu einem besseren Snowboarder machen können. Auch ich denke beispielsweise an Danny Davis, ein Typ, der immer noch Contests fährt, aber wahnsinnig guten Style hat und man kann in seinem Snowboarding sehen, dass er es nicht nur für den nächsten Titel in der Pipe tut. Manuel Diaz, seine Video-Parts sind so eine große Inspiration und es ist verrückt wie er scheinbar ohne den Gedanken an Konsequenzen die härtesten Lines fährt. Wolle Nyvelts alte Parts waren es in letzter Zeit, die mich motiviert haben. Wie Ben schon gesagt hat, es sindso viele gute Snowboarder da draußen, dass es schwer ist, nur einen Einfluss zu nennen.

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Das ganze Interview gibt es in der Ausgabe 133 nachzulesen oder digital in der Online-Version.

Auf Instagram finden man Ben und Gabe natürlich auch, sowie Tyler Orton - Mastermind hinter dem Film Joy - in welchem beide Brüder dicke Dinger hingestellt haben.

Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.