Splitboard-Festival am Achensee. Ein Reisebericht. Alles was man über das Splitboard-Festival wissen muss.

Travelstory: Splitboard-Festival Achensee

Erschienen in
Christian Bach

Travelstory: Splitboard-Festival Achensee

Beim Splitboarden stellen sich vor allem für Einsteiger zahlreiche Fragen. Eine gute Übersicht über das volle Spektrum von Splitboarding und seine zahllosen Möglichkeiten bietet das Splitboard-Festival am Achensee. Pleasure hat sich einen Überblick beim Splitboard-Festival verschafft. 
 

Einen Powder Shape oder doch was Konventionelles? Wie geht das mit den Fellen? Habe ich genug warme Sachen dabei? Brauch ich die Karbon-Version der Bindung … und bin ich überhaupt fit genug, um eine Splitboard-Tour zu gehen? Gerade für Splitboard-Einsteiger stellen sich zu Beginn viele Fragen, die geklärt werden müssen. Eine sehr gute Übersicht über das volle Spektrum von Splitboarding und seine Möglichkeiten bietet das Splitboard-Festival am Achensee. 

Denn: Splitboarden ist nicht einfach eine Variante von Powder-Shredden. Viel mehr ist es eine winterliche und entspannte Spielart des Alpinismus. Und die kann man eben auf ganz unterschiedliche Arten verfolgen.

Splitboard-Festival: Für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet

Wir haben uns einen Überblick verschafft und eines vorweg: Jedem Splitboard-Interessierten, Einsteiger und Material-Nerd können wir das Splitboard-Festival Achensee nur ans Herz legen. 

Der Event ging im Januar 2018 bereits in sein 5. Jahr. Zu Beginn in Bayern daheim, hat sich die Veranstaltung inzwischen an den Achensee in Tirol bewegt, um neben Einsteigern und Fortgeschrittenen auch anspruchsvolleren Tourengehern interessante geführte Routen anbieten zu können. Denn darum geht es letztendlich: Gemeinsam mit einer Gruppe auf gleichem Level und unter der Führung eines Bergführers neue Techniken lernen, Bergformen, Aufstiegs- und Abfahrtsrouten sowie Ihre spezifischen Gefahren zu erkennen und sich so in neuem Terrain entspannt zurecht zu finden. 
 

Splitboard-Festival am Achensee. Ein Reisebericht. Alles was man über das Splitboard-Festival wissen muss.
Michi Bückers
Achensee
Ob man blutiger Anfänger oder schon erfahrener Tourengeher ist, macht an dieser Stelle erstmal nichts aus.

Ob man blutiger Anfänger oder schon erfahrener Tourengeher ist, macht an dieser Stelle erstmal nichts aus. Wissen zu Schnee und Wetter in der Wildnis hinter dem Zaun zu sammeln und dabei seinen eigenen Style zu finden, ist in einer alpinen Umgebung ein Prozess der so langwierig ist, wie das Gelände vielfältig. Egal ob man das erste Mal auf Fellen, oder schon mit sauber geschlurften Schritten durchs Gelände geht. Lernen kann jeder was. Das wissen auch die Guides die einen auf der Tour begleiten. Man ist gemeinsam am Berg und bekommt freundlich erklärt, was man in der letzten Passage gut und richtig gemacht hat und worauf man in der kommenden Passage achten sollte. Das die Guides teils auf Splitboards, teils aber auch auf Ski unterwegs sind, ist dabei total egal - realistisch gesehen werden die Hälfte eurer Tourenbuddies auch auf Pommes unterwegs sein. 

Wer sich daran stört, ist vielleicht auch noch nicht bereit fürs Splitboard. Das ist nämlich bis heute mit der Erkenntnis verbunden, dass es dem Tourenski als alpines Arbeitspferd noch nicht gewachsen, geschweige denn ebenbürtig ist. Und dementsprechend dankbar ist man für eine vom Ski-Buddy gut angelegte Travers-Spur durch kniffliges Gelände. Zum Ausgleich für diesen kleinen Nachteil haben wir auf einem Brett den Abfahrtsgenuss für uns gebucht. Egal, ob der nun durch Powder, über Harsch, Bruchharsch, Firn oder Butterfirn geht. Wer sich für die Abfahrt die richtige und sichere Hangexposition gesucht hat, surft einfach seine eigene Linie ins Tal.

Teilnehmer können Splitboards und Equipment vor Ort testen

Stichwort eigene Linie; und die dazu passende Produkte - kommen wir an dieser Stelle zum gebrandeten Teil der Veranstaltung. Splitboarden hat seine eigenen kleinen Brands, wird von den Big Playern im Snowboarding bedient und schließt die Lücke zur Outdoor-Klamotten-Industrie. Allerdings kann man da gelassen bleiben und das vielfältige Angebot zum eigenen Vorteil nutzen. So entspannt sieht es auch Tia alias Mathias Baier, der Initiator des Splitboard-Festivals und Teamleiter des Organisations-Crew ist. Natürlich freut er sich über die Nachfrage der Sponsoren, die sich inzwischen selbständig bei ihm melden, um mit Testmaterial beim Event dabei zu sein. Das man inzwischen nach erfolgreicher Anmeldung so ziemlich alles außer Funktionsunterwäsche auf der Veranstaltung leihen und testen kann, trägt maßgeblich zum Erfolg des Splitboard-Festivals bei. Das Schöne daran ist: Das Festival musste dafür bisher nicht seinen ursprünglichen Charakter kompromittieren. Und so soll es laut Tia auch bleiben. 

Eindrücke vom Splitboard-Festival
Splitboard-Festival bietet ein Bergerlebnis mit Teilnehmern aus ganz Europa

Im Vordergrund beim Splitboard Festival am Achensee steht das Bergerlebnis, zusammen mit Gleichgesinnten aus allen Teilen Europas. Deutsche, Österreicher, Schweizer, Belgier, Holländer, Luxemburger und Skandinavier sind hier allesamt Splitboarder. Und das macht sowohl tagsüber bei den geführten Touren oder den LVS Trainings, liftunterstützten Board-Testabfahrten im Gebiet Pertisau, oder beim gemeinsamen Abendessen im Veranstaltungshotel nebst Test von lokalen Bierspezialitäten Spaß. Prinzipiell alles easy und ohne Stress. Nur bei der Anmeldung sollte man sich fürs kommende Jahr beeilen - die 130 Startplätze sind auch in diesem Jahr wieder ziemlich schnell restlos vergeben gewesen. 

Mehr dazu? Hier entlang: 

splitboard-festival.de

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Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.