Riksgränsen Banked Slalom 2017

Jan Prokes

Riksgränsen Banked Slalom 2017

Am vergangenen Wochenende stand mein zweiter Riks Banked Slalom an. Es ist schon einige Jahre her, dass es mich derart hoch in den Norden verschlagen hat – aber dementsprechend stoked war ich, erneut dort oben zu sein. Dass Riksgränsen zu den mystischsten und legendärsten Schauplätzen der Snowboardwelt zählt, haben schon weitaus prominentere Schreiberlinge erzählt, deshalb machen wir’s kurz: Riks ist ein absolutes Muss für jeden Snowboarder.

Text: Jan Prokes. Fotos: Daniel Bernstål

In diesem Jahr stand der fünfte Geburtstag von Anders Neumans Riks Banked Slaloms an. Grund genug, sich zu überlegen, Anders und seiner Crew einen Besuch abzustatten. Ob es noch weitere Gründe gab? Ein Wetterbericht, der rund um die Uhr Bluebird vorhersagt; Gerüchte, die von rekordverdächtigen Schneemengen sprachen; und nicht weniger als drei perfekte Quarterpipes, die im Gebiet verstreut waren. Ganz abgesehen von der Chance, alte Freunde wieder zu treffen. Björn Lindgren, Knoddas, David Söderberg, die Crews aus Narvik und Tromso … eben jene Dudes, die Winter für Winter ewige Dunkelheit und Temperaturen von -25 Grad aushalten, um ihrer Snowboard-Leidenschaft gerecht zu werden. Mehr als genügend Argumente, um ins gute alte Riks zu fahren.

Genau genommen kommen einige der weltweit besten Snowboarder aus Riksgränsen. Denn abgesehen von einigen unverschämt guten Pow-Tagen, sieht die Realität im hohen Norden oft wie folgt aus: Eis, Harsch und Slush. Wer in diesen Bedingungen mit dem Snowboard unterwegs ist – oftmals nur um ein einziges Feature zu fahren – entwickelt sich zwangsläufig zum weltklasse Snowboard-Chamäleon.

Aber ich schweife ab. Zurück zum Riks Banked Slalom: Der eigentliche Contest begann am Freitag mit der Qualifikation und damit erlebten verwöhnte Alpen-Cruiser wie meine Wenigkeit direkt den ersten Schock. Perfekte Pisten, wie wir Zentraleuropäer es für selbstverständlich halten? Fehlanzeige. Stattdessen erwartete uns ein rauer Kurs, ab und an nicht breiter als dein Brett, brutal eisig, brutal bumpy. Eine Herausforderung? Sowas von. Gleichzeitig jedoch auch ein unglaublicher Spaß für alle Teilnehmer. Egal ob Opa-Shredder oder Younggun, die einzige Option war, die Bedingungen zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen.

Daniel Bernstal
Riksgränsen
Daniel Bernstal
Riksgränsen
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Riksgränsen
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Riksgränsen

Anders Neumans überdurchschnittlich gute und 100-Prozent-Techno-freie Playlist, die auf voller Lautstärke den kompletten Kurs beschallte, half zudem mit, das Testosteron zu maximieren und die technischen Schwierigkeiten des Kurses zu meistern. Eine Randnotiz an die wenigen anonymen und schüchternen Personen, die sich über „zu viel Gitarre“ beschwerten: Das nächste Konzert mit Kygo und David Guetta kommt bestimmt.

Extra-Props gehen an dieser Stelle auch an die Shape-Crew, die am Samstag sogar das Wunder vollbrachte, den Kurs immer mehr in einer Quelle der Freude (anstatt Angst) zu verwandeln. Spätestens jetzt waren natürlich auch die üblichen Verdächtigen auch am Start: Hampus „Goofy-Foot“ Mosesson checkte beeindruckte Zeiten ein, das gleiche galt für Terje, Björn Lindgren, Pontus Stahlkloo und Mons Roisland. Die Opener-Bank sorgte bei vielen Fahrer für Kopfzerbrechen, doch wer diese jedoch erfolgreich hinter sich brachte, freute sich über einen smoothen Kurs. Das Konfidenz-Level meiner Wenigkeit entsprach anfangs zwar immer noch ungefähr dem einer fragilen Baby-Schildkröte, die sich erstmals in ein tosendes Meer wirft, jedoch änderte sich das nach den ersten Trainingsruns: Get Banked!

Als jemand, der in der vergangenen Saison das Privileg hatte, an nicht weniger als fünf Banked-Slalom-Events teilzunehmen, muss ich den Jungs aus Riks meinen absoluten Respekt zollen. Der Riksgränsen Banked Slalom ist das einzige Event, das über zwei Tage läuft. Heißt in der Praxis: Verbesserungen am Kurs sind möglich, mehr Training-Runs sowieso und mehr Teilnehmer sind ebenso am Start. Bravo, Männer, ein Musterbeispiel! Einzigartig ist auch die Zahl der Kids und Girls, die in Riksgränsen am Start sind. Die Nachwuchsarbeit ist und bleibt unglaublich im hohen Norden.

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Am Ende konnte natürlich nur einer ganz oben stehen: Terje Håkonsen, der große alte (und doch so junge) Mann des Snowboardens gewann die „Master Division“ und brachte gleichzeitig die schnellste Zeit des Tages ins Ziel. Kurz hinter ihm landete Shootingstar Mons Roisland, der die „Senior Man“-Kategorie einsackte. Pontus Stahlkloo gewann die „Grand Master Division“ … auch wenn der Kerl eigentlich viel zu schnell, fit und talentiert ist, um dorthin zu gehören. Das komplette Ergebnis gibt’s im Folgenden.

Ergebnis Riksgränsen Banked Slalom 2017

Master Men:

  1. Terje Håkonsen (NOR), 01:05:019
  2. Hampus Mosesson (SWE), 01:06:236
  3. Björn Lindgren (SWE), 01:06:877
  4. Joel Hagström (SWE), 01:08:978
  5. Ola Rudi (NOR), 01:10:309

Senior Women:

  1. Cecilia Larsen (SWE), 01:14:012
  2. Ylfa Runairsdottir (ICE), 01:14:637
  3. Kajsa Määttä (SWE), 01:16:626
  4. Silja Sundsfjord (NOR), 01:17:158
  5. Marika Alatalo (SWE), 01:19:708

Senior Men:

  1. Mons Roisland (NOR), 01:05:454
  2. Len Jørgensen (NOR), 01:08:479
  3. Viktor Björnström (SWE), 01:08:665
  4. Johan Nordhag (SWE), 01:08:941
  5. Kristofer Olsson (SWE), 01:09:139

Junior Men:

  1. Ruben Rosenfors (SWE), 01:12:329
  2. Mikhail Khvatov (SWE), 01:13:559
  3. Lukas Göransson (SWE), 01:13:819
  4. Hugo Hallenheim (SWE), 01:14:269

Junior Women:

  1. Julia de Jong (ESP), 01:18:595
  2. Meja Stålnacke (SWE), 01:32:535
  3. Rakel Rosenfors (SWE), 01:39:094
  4. Juni Dahlbäck (SWE), 01:44:174

Real Masters Men:

  1. Pontus Stahlkloo (SWE), 01:06:875
  2. Jan Prokes (FRA), 01:10:884
  3. Erik Rosenfors (SWE), 01:11:853
  4. Henrik Jansson (SWE), 01:16:658

Ein riesiges Danke geht an Anders Neuman, Transition Mag, Riksgränsen und Snowboarden im allgemeinen. Auch beim 2017er Riksgränsen Banked Slalom gab es zu viele Bier, unvergessliche Momente und Highlights, um sie alle hier aufzuzählen. Mein Vorschlag: Plant im nächsten Jahr doch einfach euren eigenen Trip in den hohen Norden. Lohnt sich!

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Für weitere News und Infos checkt www.riksbankedslalom.com und Facebook.

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Die letzte Pleasure-Ausgabe der Saison 2016/17 erscheint mit dem Schlagwort „Awareness“ auf dem Cover. Dennoch haben wir es uns nicht angemaßt, uns auf die Suche nach ultimativen Antworten zu begeben. Sondern nach Ansätzen, um sich überhaupt die wichtigen Fragen zu stellen. Viel Spaß mit Pleasure Ausgabe 127.