Red Gerard gewinnt Gold im Slopestyle bei Olympia 2018.

Olympia 2018 - Red Gerard holt Gold im Slopestyle

Erschienen in
Manu Endress

Olympia 2018 - Red Gerard holt Gold im Slopestyle

Das ist eine Überraschung zum Olympia-Auftakt in den Snowboard-Wettbewerben. Der erst 17-jährige US-Amerikaner Redmond Gerard drehte in seinem dritten Finals-Run so richtig auf und holte Gold. Auch, weil die Favoriten strauchelten.

Nach zwei Final-Runs lag noch einer der Favoriten vorn. Mark McMorris (CAN) führte vor Staale Sandbech (NOR) und dem Neuseeländer Carlos Carcia Knight. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Erstens weil Red Gerard einen Monster-Run in den Slopestyle-Kurs zauberte und zweitens, weil alle Favoriten Fehler machten und so den 17-Jährigen nicht mehr abfangen konnten.

McMorris bailt, Sandbech und Garcia Knight mit Fehlern

Zunächst legte Gerard einen sehr guten dritten Run - nachdem er in den erste beiden Runs gebailt war – hin und übernahm mit einem Score von 87,16 die Führung. Der 17-Jährige wählte vor allem oben an den Rails eine völlig eigene und neue Line.

Zuvor hatte Staale Sandbech in seinem finalen Run zwei Fehler gemacht und saß damit an der Bubble ohne noch eingreifen zu können. Der bis dato Drittplatzierte Garcia Knight zeigte ebenfalls Nerven und bailte gleich zu Beginn an der ersten Rail.

Dann Mark McMorris: McMorris zeigte in seinem dritten Final-Run einen guten Lauf, bis zum letzten Kicker. Bei seinem BS triple Cork 1440 bailte der Kanadier und verpasste die Führung.

 

Kleveland zeigt Nerven - Parrot nicht

Zwei standen noch oben. Der Gold-Topfavorit Marcus Kleveland zeigte bereits in den ersten beiden Läufen Nerven und auch im dritten Run lief es alles andere als optimal. Nach zwei Fehlern reichte es am Ende nur zu einem enttäuschenden sechsten Platz.

Besser machte es dagegen der Kanadier Max Parrot. Vor dem dritten Lauf lag er nur auf Platz elf, haute dann aber einen beinahe perfekten Run auf den Slopestyle-Kurs und schob sich mit einem Score von 86,00 sogar noch an McMorris vorbei auf Platz 2.

Erster zu werden, das ist verrückt
Red Gerard


"Das ist verrückt. Ich kann es ehrlich gesagt nicht glauben", sagte Gerard nach seinem Gold-Coup: "Ich zittere – vielleicht von der Kälte, oder von der Aufregung, ich weiß es nicht. Es hätte mir gereicht, einen guten Lauf runterzubringen und auf dem Podium zu landen. Aber Erster zu werden, das ist verrückt."

Gerard ist mit 17 Jahren und 227 Tagen der zweitjüngste Olympiasieger bei Winterspielen. Jünger war nur der finnische Skispringer Toni Nieminen 1992 mit 16 Jahren und 261 Tagen.

Das Slopestyle Finale im Re-Live sowie alle anderen Entscheidungen bei Olympia 2018 gibt es hier in der ARD-Mediathek.

Das Ergebnis des Slopestyle-Wettbewerbs im Überblick
  1. Redmond Gerard, USA 87,16
  2. Max Parrot, KAN 86,00
  3. Mark McMorris, KAN 85,20
  4. Staale Sandbech, NOR 81,01
  5. Carlos Garcia Knight, NZL 78,69
  6. Marcus Kleveland, NOR 77,76
  7. Tyler Nicholson, KAN 76,41
  8. Torgeir Bergrem, NOR 75,80
  9. Niklas Mattson, SWE 74,71
  10. Seppe Smits, BEL 69,03

Damit lag der Pleasure-Medaillen-Tipp für die erste Entscheidung schon einmal kräftig daneben. Zwar sah World Snowboarding Red Gerard auf dem Slopestyle-Podium, aber auch nicht ganz vorn. Wir sahen jedoch Staale Sandbech auf dem Bronze-Rang und Kleveland sowie McMorris auf eins und zwei.

Zum ausführlichen Favoritencheck sowie zum Zeitplan aller Snowboard-Etnscheidungen bei Olympia 2018 gehts hier.

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Reisen ist Teil des Snowboard-Lifestyles. Jenem Lifestyle, den auch Pleasure seit gut zwei Jahrzehnten propagiert. Mit Boardbag in ein entferntes Land reisen, dort kurz vor Mitternacht das Mietauto abholen, bemerken, dass keine Schneeketten montiert sind, es irgendwie schaffen, in die Unterkunft zu kommen, nach einer dreistündigen Nacht aus dem Bett gerissen werden ... und trotzdem einen Wahnsinnstag im Schnee haben. Reisen ist unerlässlich. Pleasure 130 widmet sich genau diesem Thema.