Laax Open 2020

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Laax Open 2020

Die LAAX OPEN, Europas renommiertester Snowboard-Event, finden derzeit, vom 13. bis 18. Januar 2020, statt und damit steht Laax, das als das fortschrittlichstes Resort Europas in Sachen Freestyle bekannt ist, ein weiteres Mal im Mittelpunkt der weltweiten Snowboard-Community.

Die Laax Open 2020 endeten heute mit dem absoluten Highlight. Nach Sonnenuntergang stand das Nachtfinale in der Halfpipe auf dem Programm. Bei Flutlicht verfolgten tausende Zuseher entlang der Laax Superpipe am Crap Sogn Gion die weltbesten Halfpipe-Fahrer live in Action. Im spannenden Finale setzen sich die Spanierin Queralt Castellet und der Australier Scotty James durch. Sie dürfen sich neben dem prestigeträchtigen Laax Open 2020 Halfpipe Titel auch über die Trophäe und je CHF 25.000 Preisgeld freuen.

Christian Haller
Stefan Götschl
Laax

Unmittelbar bevor der erste Rider in die grösste Halfpipe der Welt einfuhr, setzte leichter Schneefall ein und sorgte für magische Atmosphäre am Fuße der GaLaaxy Bergstation. Bei den Frauen ging die einzig verbleibende europäische Fahrerin, Queralt Castellet aus Spanien, mit ihrem ersten Lauf bereits deutlich in Führung. Sie begann mit einem hohen Lien Air, gefolgt von Backside 900 Mute, Frontside 900 Melon, Air to Fakie und einem Switch Backside 540 Mute als letzten Trick. Auch im zweiten Run kam keine Dame aus dem starken Teilnehmerfeld an ihre Punktezahl heran. Die beiden Chinesinnen Xuetong Cai und Jiayu Liu zeigten ebenfalls unglaublich starke Läufe und durften sich über Platz zwei und drei freuen. Für Queralt war es der erste Sieg bei den LAAX OPEN, nachdem sie bereits 2018 Dritte und 2019 Zweite wurde. Nach ihrem Victory Run meinte sie überwältigt: „Ich bin begeistert, ein grosser Traum ist heute in Erfüllung gegangen. LAAX ist mein Lieblings-Snowboard-Resort mit der besten Pipe. Ich bin sprachlos!“ Volles Risiko nahm die Japanerin Haruna Matsumoto, die im zweiten Lauf einen Frontside 1080 landete, bevor sie beim nächsten Trick leider strauchelte. Sie ist momentan die einzige Dame im Weltcup-Zirkus, die diesen Trick beherrscht.

Queralt Castellet
Christian Stadler
Laax
Jiayu Liu
Christian Stadler
Laax

Im Finale der Herren waren alle Augen auf den Laax-Open-Vorjahressieger Scotty James gerichtet. Er hatte die letzten acht Bewerbe, an denen er teilnahm, gewonnen. Und er dominierte auch heute wieder. Bereits mit seinem ersten Run katapultierte er sich in unschlagbares Terrain. Er startete als Letzter in der ersten Runde und zeigte einen perfekten Lauf, bestehend aus einem Switch Backside 1260 Indy, einem Cab 1080 Mute Frontside 900 Nose, einem Backside Double 1260 Mute und einem spektakulären Frontside 1440 Stalefish am letzten Hit.

Damit führte Scotty das starke Fahrerfeld an. Gefolgt von Yuto Totsuka als Zweiter, der einen phänomenalen ersten Run mit einem Frontside Double 1440, eine Premiere in einem Halfpipe Bewerb, zeigte. Alle anderen Rider mussten also im zweiten Lauf volles Risiko nehmen, um ihre Scores zu verbessern. Aber niemand schaffte es Scotty und Yuto zu toppen. Aber wer sollte das Podium komplettieren? Es war Taylor Gold, nach dem ersten Run Zwölfter, dem zum Abschluss alles aufging. Auch er beeindruckte Publikum und Judges mit einem Trick, der zuvor noch nie in einem Halfpipe Bewerb gezeigt wurde: Ein Double Chuck 1080 Melon to Indy, der ihn auf Platz 3 katapultierte. Wie schon im Vorjahr war Scotty James der letzte Rider im Finale und konnte daher seinen Victory Lap, inklusive High-Fives für die Fans am Rande der Pipe, richtig geniessen. „Ich bin total glücklich, denn ich wusste, dass es heute richtig hart wird mich gegen Yuto durchzusetzen. Ich war bereit, im zweiten Run nochmal einen drauf zu legen. Ich nehme nichts als selbstverständlich hin, aber einen solchen Victory Lap zu haben ist besonders schön. Vielen Dank an alle Zuschauer, die heute hier waren, es bedeutet mir wirklich viel“, so Scotty nach seinem Sieg.

Zum wiederholten Mal landete der Schweizer Jan Scherrer bei den Laax Open auch 2020 auf dem vierten Platz. Die immensen Anfeuerungsrufe des Publikums entschädigten ihn dafür, dass er das Podium knapp verfehlte. Der Olympiasieger 2014, Iouri Podladtchikov, feierte nach seiner Verletzung von Mitte Februar als Fünfter einen tollen Erfolg.

Scotty James
Christian Stadler
Laax
Yuto Totsuka
Stefan Götschl
Laax
Scotty James
Philipp Ruggli
Laax
Women's Halfpipe Finale
  1. Queralt Castellet (ESP), 90.00
  2. Xuetong Cai (CHN), 87.25
  3. Jiayu Liu (CHN), 85.75
  4. Ruki Tomita (JPN), 50.50
  5. Leng Qiu (CHN), 44.00
  6. Haruna Matsumoto (JPN), 28.50

a

Men's Halfpipe Finale
  1. Scotty James (AUS), 95.75
  2. Yuto Totsuka (JPN), 92.25
  3. Taylor Gold (USA), 87.00
  4. Jan Scherrer (SUI), 78.00
  5. Iouri Podladtchikov (SUI), 76.50
  6. Chase Blackwell (USA), 70.25
  7. Jason Wolle (USA), 68.75
  8. Patrick Burgener (SUI), 67.25
  9. Toby Miller (USA), 58.50
  10. Ryan Wachendorfer (USA), 46.00
  11. David Habluetzel (SUI), 37.00
  12. Andre Hoeflich (GER), 35.25

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Am Slopestyle-Finaltag zeigte sich das Wetter wieder von der besten Seite und auch das Level war dementsprechend hoch. Am Ende standen Julia Marino (USA) und Sebastien Toutant (CAN) als erste Laax-Open-Gewinner der neuen Dekade und dürfen sich jeweils über CHF 25.000 freuen.
 
Im Feld der Top 6 Damen setzte die US-Amerikanerin Julia Marino bereits mit ihrem ersten Lauf auf dem innovativen Kurs, unter anderem mit einem Backside 900 Melon, einem Cab Double Underflip Mute sowie einem Frontside 720 Mute auf der Kickerline, die Latte extrem hoch. Dafür wurde sie von den Judges mit der Tageshöchstwertung von 81,30 Punkten belohnt. An diese Wertung sollte keine der anderen Fahrerinnen herankommen. „Es war die beste Woche meines Lebens. Das Wetter war perfekt, der Kurs grandios und das Trick-Level enorm hoch“, so Julia Marino über ihren ersten Laax-Open-Titel. Reira Iwabuchi aus Japan und Katie Ormerod aus England komplettierten das Podium mit Platz zwei und drei. Die jüngste Teilnehmerin im Feld, Annika Morgan aus Deutschland, verpasste das Podium nur nur knapp und landete auf Rang vier.
 
Bis zuletzt spannend verlief es im Finale der Herren, wo der Slopestyle-Olympiasieger Red Gerard (USA) lange Zeit in Führung lag. Dann kam der Big-Air-Olympiasieger von 2018, Sebastien Toutant (CAN), übertrumpfte ihn mit einem perfekten zweiten Run, der einen Backside 1440 Mute und einen Frontside 1080 Mute am letzten Feature beinhaltete. Schon 2008 hatte Seb Toutant in Laax die Burton European Open Junior Jam gewonnen. Für seinen heutigen Run bekam er 87,25 Punkte und verdrängte damit den Norweger Staale Sandbech vom Podium. Neben dem zweitplatzierten Red Gerard durfte sich sein Landsmann Justus Henkes über Platz drei freuen. Sebastien Toutant zu sein Sieg: „Seit vielen Jahren komme ich schon nach LAAX und bin stolz hier endlich zu gewinnen. Es ist einfach fantastisch und ein perfekter Auftakt im neuen Jahr.“
 
 

Sven Thorgren
Stefan Götschl
Laax

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Auch am vierten Tag der Laax Open ging es wieder zur Sache - dieses Mal mit den Semi-Finals in der Pipe. Mädls und Jungs kämpften dabei um den Einzug ins Finale, welches am Samstagabend ansteht.

Yuto Totsuka
Gabor Abonyi
Laax

Bei den Damen haben sich dabei die Folgenden für die nächste und finale Runde qualifiziert:

  1. Queralt Castellet (ESP), 89.00
  2. Xuetong Cai (CHN), 85.00
  3. Jiayu Liu (CHN), 81.25
  4. Haruna Matsumoto (JPN), 74.00
  5. Ruki Tomita (JPN), 69.00
  6. Leng Qiu (SUI), 61.00

Bei den Herren waren es diese 12 Herrschaften:

  1. Scotty James (AUS), 92.50
  2. Yuto Totsuka (JPN), 84.75
  3. Taylor Gold (USA), 84.00
  4. Jan Scherrer (SUI), 79.25
  5. Jason Wolle (USA), 78.50
  6. Pat Burgener (SUI), 76.00
  7. Andre Höflich (GER), 75.75
  8. Ryan Wachendorfer (USA), 75.25
  9. Chase Blackwell (USA), 74.25
  10. Iouri Podladtchikov (SUI), 72.00
  11. Toby Miller (USA), 70.50
  12. David Habluetzel (USA), 69.00

Am dritten Tag der Laax Open 2020 gab's das gewohnte Programm: viel Sonne, dementsprechend viel Bluebird, ein piepfein geshapter Park (Props an die Shape-Crew, so nebenbei) und ein Riding-Level, das gut und gerne als 150 Prozent Banane bezeichnet werden darf. Gestartet wurde mit den Slopestyle-Semis der Damen, anschließend gab's das Halbfinale der Männer. Welche Herren/Frauen sich für das – am Freitag stattfindende – Slopestyle-Finale qualifizieren konnten, gibt's im Folgenden:

Stefan Götschl
Laax
Tiarn Collins
Stefan Götschl
Laax
Klaudia Medlova
Stefan Götschl
Laax
Women's Slopestyle Semi-Finale

1. Reira Iwabuchi (JPN), 78.71
2. Hailey Langland (USA), 77.96
3. Julia Marino (USA), 76.96
4. Annika Morgan (GER), 69.50
5. Katie Ormerod (GBR), 62.43
6. Larie Blouin (CAN), 59.20

Moritz Thoenen
Stefan Götschl
Laax
Fridtjof Tischendorf
Stefan Götschl
Laax
Ståle Sandbech
Stefan Götschl
Laax
Men's Slopestyle Semi-Finale

1. Red Gerard (USA), 84.03
2. Judd Henkes (USA), 83.95
3. Seb Toutant (CAN), 81.63
4. Ståle Sandbech (NOR), 79.81
5. Sven Thorgren (SWE), 79.55
6. Fridtjof Tischendorf (NOR), 77.26
7. Luke Winkelmann (USA), 75.20
8. Ryan Stassel (USA), 74.71
9. Lyon Farrell (USA), 74.53
10. Kyle Mack (USA), 72.03
11. Dusty Henricksen (USA), 69.13
12. Mons Roisland (NOR), 68.83

Am Dienstag ging es bei wieder mal ungetrübtem Sonnenschein bei den Slopestyle-Mädels um den Einzug ins am Mittwoch stattfindende Halbfinale.

Hailey Langland
Stefan Götschl
Laax

Diese Damen haben sich für die nächste Runde qualifiziert:

  1. Reira Iwabuchi (JPN), 75.78
  2. Laurie Blouin (CAN), 70.90
  3. Sina Candrian (SUI), 65.81
  4. Hailey Langland (USA), 65.66
  5. Urska Pribosic (SLO), 62.16
  6. Klaudia Medlova (SVK), 61.61
  7. Katie Ormerod (GBR), 61.58
  8. Julia Marino (USA), 60.25
  9. Annika Morgan (GER), 58.85
  10. Sommer Gendron (CAN), 58.36
  11. Brooke Voigt (CAN), 51.38
  12. Lucile Lefevre (FRA), 50.63

Außerdem startete der Event gestern mit der Slopestyle-Qualifikation der Männer.

Bei den Herren der Schöpfung haben es die folgeneden Kollegen ins Halbfinale geschafft:
 
 

Men's Slopestyle Qualifiers - Heat 1
  1. Dusty Henricksen (USA), 76.50
  2. Seb Toutant (CAN), 73.26
  3. Fridtjof Tischeendorf (NOR), 72.20
  4. Ståle Sandbech (NOR), 72.01
  5. Velden van der Niek (NED), 71.26
  6. Sean Fitzsimons (USA), 70.45
  7. Justus Henkes (USA), 65.38
  8. Mikey Ciccarelli (USA), 63.20
  9. Francis Jobin (CAN), 61.26
  10. Moritz Thönen (SUI), 58.65
  11. Lyon Farrell (USA), 58.00
  12. Clemens Millauer (AUT), 56.36

 
Am Donnerstag werden die Halfpipe-Fahrer erstmals in Aktion treten, darunter der Vorjahressieger Scotty James (AUS), die Schweizer Armada, allen voran Olympiasieger Iouri Podladtchikov, die Spanierin Queralt Castellet und die LAAX OPEN Gewinnerin von 2018, Jiayu Liu (CHN).
 
Die Highlights der Woche sind das Slopestyle-Finale am Freitag und das Superpipe-Nachtfinale am Samstag. Neu in diesem Jahr ist die TAG Team Crossover Slopestyle Session am Samstagmittag. Zum ersten Mal werden Snowboarder und Freeskier gemeinsam als Team in einem spannenden Head-to-Head Battle antreten.
 
Event-Website: laax.com/open
Ergebnisse: open.laax.com/de/resultlists
#LAAXOPEN
 

Sven Thorgren
Stefan Götschl
Laax
Men's Slopestyle Qualifiers - Heat 2
  1. Sven Thorgren (SWE), 80.80
  2. Mons Roisland (NOR), 78.46
  3. Nicolas Huber (SUI), 66.20
  4. Matthew Cox (AUS), 65.83
  5. Ryan Stassel (USA), 65.68
  6. Jonas Boesiger (SUI), 64.65
  7. Luke Winkelmann (USA), 63.70
  8. Kyle Mack (USA), 63.05
  9. Tiarn Collins (NZL), 62.65
  10. Vlad Khadarin (RUS), 62.60
  11. Casper Wolf (NED), 58.83
  12. Red Gerard (USA), 54.40
Tiarn Collins
Stefan Götschl
Laax

Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.