Recap: 2. Choice Splitboard Camp 2020

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Recap: 2. Choice Splitboard Camp 2020

Als Paradies für Tourengeher und Splitboarder hat sich das Kühtai seinen alljährlichen Termin im Kalender der Choice Splitboard Camps redlich verdient. Auch dieses Jahr versammelten sich Anfang März wieder ein paar motivierte Splitboard-Fans und solche, die es werden wollten, zum Basic- und Einsteiger-Camp im Kühtai.

In der gemütlichen Schärmeralm wurde gerastet aber nicht gerostet: Da es Snowboardführer Christian „Snoppy“ Eberherr bekanntlich nicht so genau mit den Levels nimmt, gab es zwei Tage lang ordentliches Programm mit etwas mehr als „Level 1“-Anforderungen. Denn die Magie geschieht außerhalb der Komfortzone und dafür sind die Choice Splitboard Camps ja mittlerweile bekannt.

Nur 35 Kilometer von der Tiroler Landeshauptstadt entfernt und doch 2.000 Meter über dem Meeresspiegel, bietet das Kühtai im März perfekte Bedingungen zum Tourengehen und Splitboarden. Das zweite Choice Splitboard Camp begann mit Willkommensgetränk und der umwerfend blinzelnden Kühtaier Bergkulisse. Während in der Hütte fleissig an der Anpassung von Karakoram und Spark R&D Splitboard Bindungen auf Testbrettern von Jones und Never Summer gearbeitet wurde, begann es draußen kräftig zu schneien. Nachdem auch die neuen Kohla-Felle, Jones-Tourenstöcke und Ortovox-Sicherheitsausrüstungen verteilt und die Rucksäcke gepackt waren, tischte Hüttenwirtin Ingrid ein erstklassiges Abendessen mit frischen Tiroler Spezialitäten auf.  

Am Samstagmorgen ging es dann nach dem Frühstück gemeinsam mit  „Snoppy“ auf die erste Mission ins Kühtaier Hinterland. Am Parkplatz Issalm wurde auf „Hikingmode“ umgebaut und aufgefellt. Und nach dem LVS- Check ging es direkt in den Wald. Auf 2250 Metern erreichte die Truppe dann das Wetterkreuz. Passend zum Namen zeigte sich auch das Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel, mystischem Wolkenspiel, Whiteout und starkem Schneefall auf den letzten Spitzkehren zum Gipfel, sehr vielseitig. Auf den 860 Höhenmeter Aufstieg im Whiteout folgte bei wechselhafter Sicht über lange und breite Tiefschneefelder und zwischen Felsen hindurch die Abfahrt wieder zurück in den Wald und ab ins Tal.

Beim Feierabendbier referierte „Snoppy" über Lawinenkunde und die Basis des Risikomanagements am Berg. Vom richtigen Verhalten im Ernstfall, über den Umgang mit dem LVS Gerät, Grob- und Feinsuche, bis hin zum effektiven Sondieren und richtigen Schaufeln, hatten alle Teilnehmer hatten anschließend die Gelegenheit, den Ernstfall unter professioneller Anleitung vor der Hütte zu proben. 

Am Sonntag ging's mit Kaiserwetter im Rücken im Sessellift ganz nach oben. Dort wurde aufgefellt und die Gruppe startete motiviert in Richtung Gaiskogel. Nach einem entspannten Einstieg durch glitzerndes Winterwunderland folgten ein paar knackige und herausfordernde Spitzkehren im steilen und eisigen Gelände. Nach einer kurzen Pause ging es zu Fuss weiter über einen felsigen Grad mit den Splitboards auf dem Rücken. Zur Entschädigung gab es einen atemberaubenden 360-Grad-Blick mit weiter Fernsicht auf die schönsten Berge Tirols. 

Vor der Abfahrt in Richtung Haggen über die Nordrinne hatten alle Respekt. Doch spätestens als zwei einheimische Alpinisten gut gelaunt mit ihrem Hund die Rinne hinaufgestapft kamen, wollte sich jeder der Herausforderung stellen. Nach einem steilen und eisigen Einstieg folgte die Belohnung. Es offenbarte sich ein langes und breiteres Feld mit perfektem Pulverschnee. Insgesamt 1.100 Höhenmeter und 5,3 Kilometer jauchzten die Snowboarder durch perfekten Pulver den Berg hinunter und cruisten anschließend durch einen lichten Wald bis vor die Haustür der Schärmeralm. Was für ein Tag, was für ein Wochenende, was für eine Gruppe, was für ein Bergführer, was für eine Hammer Unterkunft! Auf 2021!

Domi Tauber
Kühtai
Domi Tauber
Kühtai

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Als wir „Upside / Downside“ zum Leitmotiv erkoren haben, hatten wir vielschichtige Ambivalenzen im Sinn, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln im Snowboarden eröffnen. Alltag und Alltagsflucht, Vergnügen und Verpflichtung, Spaß und Risiko, Freiheit und Gesellschaftszwang, Heimweh und Fernweh, Bedarf und Bedürfnis, Liftticketspreis und Kontostand, banal oder tiefschürfend. Das Heft war praktisch fertig, die Bretter für den Spring Shred gewachst – und plötzlich war die Welt aus den Fugen.