World Snowboarding Championships – Quarterpipe Finals - Fahrer Einzelkritiken
18. Februar 2012 - 17:32 von Maxi J.
Wer sehen will, wie Quarterpipe Contests aussehen, klicke entweder auf diesen Link zum Livestream des Finales, oder betrachte die Fotos auf dieser Seite ganz genau. Vorbei die Zeiten der Bauchpinselei – die Teilnehmer einer Weltmeisterschaft müssen sich der harten Kritik des Pleasure Magazins beugen. Warum Kim Rune Hansen auf Hello Kitty steht und worin Olivier Gittlers eigentlicher Erfolg liegt, erfahrt ihr hier im großen WM Fahrer-Kritik-Studio.Die Fahrer in der Einzelkritik:

Olivier GittlerHat nach dem letzten Quarterpipe-Contest 2010 in Oslo seine Jungfräulichkeit verloren und gestern 30.000 Dollar gewonnen. Ein wahrer Quarterpipespezialist aus Frankreich, der mit seinen Trevor Andrew Gedächtnis-McTwists die Judges und norwegische Frauenwelt gleichermaßen beeindrucken konnte. Besser kann das Comeback nach einer einjährigen Verletzungspause nicht laufen. Einziges Manko des Abends: Oli bleibt trotz seiner netten Art und seiner fahrerischen Leistung Franzose.
Kim-Rune HansenWie man auf die Idee kommt, sich in einigem eisigem Biest, wie der Quarterpipe von gestern, an Double Backside Rodeos zu versuchen, verschließt sich uns auch heute noch. Auf der anderen Seite hat Kim Rune Hansen einen Hello Kitty Sticker auf seiner Bindung, weshalb uns überhaupt nichts mehr überraschen kann. Hat völlig verdient den Best Trick Award mit nach Hause genommen. Hat unbestätigten Gerüchten noch mehr mit nach Hause genommen.
Jack MitraniHat aus seinem beinahe fatalen Fehler auf dem Air & Style Contest 2008 gelernt und seitdem seinen Zugang zu Quarterpipes grundlegend geändert: Jack schaltet mittlerweile sein Hirn ein und überlegt bevor er droppt. Das wirkt sich positiv aus, denn er bohrt sich neuerdings nicht mehr kopf- und hüftvoraus auf den Table, sondern landet aus 7,30 Metern perfekt in der Transition und damit direkt auf dem verdienten dritten Platz.

Matt LadleyHat sich bei einem geplanten Backside Rodeo 5, der zum ungeplanten Backside Rodeo 7 wurde, bereits im ersten Run so saftig auf die Fresse gedonnert, dass jeder Zuschauer bei selbigem Missgeschick direkt nach Hause in die Badewanne gegangen wäre. Matt entschied sich zu bleiben und in weiterer Folge seine Tricks einfach zu stehen. Das gelang ihm sowohl bei dem ursprünglich geplanten Back Rodeo als auch bei einem 5,50 Meter Backside 5. Battelte sich heute Morgen mit Jack Mitrani um den schmerzhaftesten Rücken. Während Matt mit besagten Slam punkten konnte, rühren Jacks Schmerzen allerdings durch den Moshpit eines Heavy Metall Konzerts nach dem Quarterpipe Finale.
Terje HaakonsenÜberzeugt nach wie vor mit unglaublichem Tranny-Fachwissen. Hat seit er 16 war nicht verlernt, wie man sich bestmöglich aus einer Transition schießt, um in dieser auch wieder zu landen. Beherrscht seit diesem Alter auch perfekte Backside Airs. Hat während seines letzten Runs jedoch völlig vergessen, dass er a. seit diversen Jahren keinen McTwist mehr gemacht hat und diese nicht mehr im Schlaf beherrscht sowie b. sein dreißigster Geburtstag schon einige Jahre her ist. Fazit: Neben dem schönsten Backside Air des Fahrerfelds kann er sich auch den dicksten geschwollenen Oberschenkel einheimsen.

Daisuke Murakami - Japaner Nummer 1Japaner, die außerhalb der Heimat Snowboarden fahren und dabei nicht auf den Namen Kazuhiro Kokubo hören, sind an sich schon eine Überraschung. Erfüllen dabei jedoch jedes Klischee: Verwechseln nicht nur pausenlos „L“ und „R“, sondern machen auch der langen Kamikaze-Tradition alle Ehre. So sieht jeder Run in etwa gleich aus: Nimmt zu viel Anlauf, muss kurz vor der Quarter bremsen, das Publikum ahnt, was passieren wird, er springt abt, rudert, landet zu tief, haut sich auf den Hintern, entschuldigt sich bei allen Anwesen für seine Fehlleistung, raucht mit Japaner Nummer 2 heimlich in der Ecke.
Daniel JosefsenKonnte sich auf der Arctic Challenge 2010 für den Main Event qualifizieren, weshalb er seitdem zu den festen norwegischen Quarterpipegrößen zählt und durfte darum auch der auf Weltmeisterschaft ran. Neben Terje der einzige Fahrer, der scheinbar Spaß an diesen meist eisigen Obstacles hat und gekonnt nicht über die potenziellen Konsequenzen nachdenkt. Nach drei geslamten Backside 5s in Folge, die allesamt erst ein Zwischenstopp am Coping eint, bevor sie geschlossen nach einem Überschlag ein Ende im Flat nahmen, könnte sich an der Einstellung jedoch etwas ändern.
Ruiki Masuda – Japaner Nummer 2Siehe Daisuke Murakami - Japaner Nummer 1
Der berühmte Holmenkollen in Oslo – Austragungsort des Quarterpipe-Bewerbs (Foto: Markus Fischer)Mehr Bilder gibt's in der Gallery unten.