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Hier ein Interview mit ihm: Flo Corzelius
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Von Michi Schwandner mit Portrait von Eleonora Raggi.

Flo Corzelius ist einer 'der' deutschen Nachwuchsfahrer - dass wir das mal klargestellt haben. Damit schlüpft er automatisch in die Rolle einer Nachwuchshoffnung. Wundern braucht man sich darüber nicht, sieht man sich mal seinen Season-Edit an. Von dem jungen Mann werdet ihr künftig noch mehr hören. Jetzt zum Beispiel in diesem Interview.


Hi Flo! Sag mal, du wohnst wirklich in Scharnitz?
Ja! Ich wohne derzeit in Scharnitz, in der Nähe von Innsbruck - komme aber ursprünglich aus Mittenwald.

Kenn ich. Steht dort nicht auch die Tanke vor der deutsch-österreichischen Grenze, an der die Doofen tanken, obwohl es 200 Meter weiter den günstigen Sprit gibt?
(Lacht) Ja, die Tanke ist wohl das bekannteste Objekt in diesem Kuhkaff. Ich wohn´ ja noch zu Hause. Mein Dad ist schon etwas älter und hat sich gedacht, auf seine alten Tage (Jetzt krieg ich bestimmt kein Essen mehr oder muss Miete zahlen.) gönnt er sich ein Holzhaus in einer ruhigen Gegend. Außerdem sind die Österreicher viel angenehmer was Baurecht und Steuern etc. angeht. Der Grund war günstig - und jetzt hab´ ich sogar meinen eigenen Jibgarden.

Mit wie vielen Jahren hat man denn seinen eigenen Jibgarden?
Ich bin im Oktober 20 geworden.

Cab 3 - Foto: Flo Jäger

Das ist im Snowboarding gar nicht mehr so jung. Was hast du denn die letzten Monate gemacht? So richtig hat man nie etwas von dir mitbekommen.
Im Juni dieses Jahres hab´ ich brav mein Abi gemacht. Danach war ich jobben, um Geld für den Winter zu verdienen. Jetzt genieße ich meine erste Saison ohne Schule oder Ähnliches... Je nachdem wie gut es läuft, fang ich wahrscheinlich nächstes Wintersemester in Innsbruck an zu studieren.
Keine Ahnung wieso bis jetzt keiner was mitbekommen hat. Vielleicht weil ich anfangs eher der zurückhaltende Typ bin und Leute erst mal kennenlernen muss. Ich halte nicht sonderlich viel von Selbstvermarktung. Zumindest bin ich eher schlecht darin (lacht).

Und mit was hast du dir so dein Geld verdient?
Ich hab für Amnesty International Türklinken geputzt. Also Spenden gesammelt, Infokampagnen und so weiter. Jedenfalls war ich derjenige, der von Haustür zu Haustür gelaufen ist und die Leute informiert und sie um Spenden gebeten hat. Das läuft alllerdings etwas professioneller ab - über die Bank und so. Anschließend war ich noch für einen Monat in einem Architekturbüro. War sick!

Was jetzt: Sozi oder Techniker?
Bei Amnesty International war es echt lustig, obwohl ich im vorhinein recht skeptisch war. Natürlich liegt bei mir das soziale Wohl stets im Vordergrund. Außerdem wurde ich gut bezahlt (lacht).

Und im Snowboarding, stehst du da auch auf (dein) soziales Wohl oder bist du ein Alleingänger?
Alleine bin ich eigentlich nie snowboarden - ist ja auch langweilig. Zurzeit fahre ich viel mit dem Mario Käppelli - der hat nämlich auch nix zu tun - und natürlich mit meinen Homies aus Garmisch und Innsbruck.

Switch Backside Lipslide in Laax - Foto: Thomas Oberwallner
Foto: Flo Jäger

In deinen Videos sieht es so aus, als wüsstest du was du tust. Sowohl am Kicker, als auch auf Rails.
Siehst du dich eher als den Kicker- oder den Jib-Typ?
(Lacht) Danke! Es kommt immer darauf an. Eigentlich macht mir beides ziemlich Spaß. Mir persönlich ist es wichtig möglichst viele Bereiche abdecken zu können. Ich finde Snowboarder die überall gut fahren - also Park, Handrails und Powder - immer noch am geilsten. Im Grunde sollte aber jeder das machen, was ihm Spaß macht.

Dann wärst du ja fast schon ein perfekter Contestfahrer… oder bleibst du doch lieber beim filmen?
Ich würde schon gerne mal ´nen fetten Slopestyle mitfahren (lacht). Aber dafür muss man ja mittlerweile Triple Corks draufhaben. Alllerdings macht mir filmen momentan deutlich mehr Spaß als Contests zu fahren.

Na du fährst Mitte Dezember immerhin den Relentless BigAir in Stuttgart mit. Willst du heuer trotzdem verstärkt filmen?
Am Anfang der Saison war ich bereits mit meinen Buddys filmen, und bin meistens auch noch bißchen zum Spaßfahren gekommen. Im Februar flieg ich dann in die Staaten, um dort noch mehr zu filmen... danach geht´s eventuell mit den Volcom-Jungs auf einen Trip, was ich so mitbekommen habe. Aber mit einer richtigen großen Filmproduktion bin ich nicht unterwegs.

Das kommt nocht! Wir wünschen dir viel Glück! Danke für das Interview, Flo!
Cool, Danke - echt fett von euch!

Flo fährt für Volcom, Endeavor Snowboards, Electric Visuals, Frends Headphones und Sugarwool.

Frontside Doublecork 10



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